Philosophie - Die Philosophie des Todes in der Antike

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Die Philosophie des Todes in der Antike

Kurzzusammenfassung

Die Entwicklung der Lehre von der Unsterblichkeit der Seele Ø Mythos und Philosophie Mythos und abendländische Philosophie standen seit jeher im Widerspruch. Der Mythos besteht aus durch Tradition weitergegebenen Aussagen übe

Fachbereich: Philosophie
Sprache: Deutsch
Wörter: 4000
Note: n.v.

Die Philosophie des Todes in der Antike

Die Entwicklung der Lehre von der Unsterblichkeit der Seele

Ø Mythos und Philosophie

Mythos und abendländische
Philosophie standen seit jeher im Widerspruch. Der Mythos besteht aus durch
Tradition weitergegebenen Aussagen über das Werden der Welt, vom Handeln
der Götter, Totengeister, Dämonen, usw. Er erzählt von
typischen, exemplarischen Geschehnissen, die sich ständig wiederholen.
Dadurch bekommt der Mensch eine Orientierung über die Ursachen der
Wirklichkeit.
Der Mythos argumentiert nicht,
sondern stellt dar, wie man die natürlichen Begebenheiten zu verstehen hat,
entwickelt sich im Laufe der Zeit und wird weitergegeben an die nächste
Generation, so daß sich der einzelne Mensch keine Gedanken mehr darum
machen muß, da alles vorgegeben ist.

Der Philosoph hingegen sucht
für sich selber eine logische Erklärung der Ereignisse, denkt
darüber nach und sammelt Argumente. Philosophisches Denken bedeutet eine
Distanzierung des einzelnen gegenüber dem kollektiven Gefüge. Der
abstrakte Verstand des Philosophen versucht die Gesamtheit der natürlichen
Ereignisse in einem logischen Kontext erklären zu können ohne den
naiven Spiegelungen menschlicher Verhältnisse in den göttlichen
Bereich Glauben zu schenken. Ebenso kritisiert sie auch die Trennung in
menschlichen und göttlichen, diesseitigen und jenseitigen Bereich.
Konsekutiv lehnt die Philosophie das Praktizieren ritueller Bräuche ab und
oftmals auch die Religion im Allgemeinen.

Dennoch wurden die Philosophen
der Antike von der griechischen Mythologie natürlich stark
beeinflußt, da sie mit ihr vertraut waren. Es kamen auch Mischformen
zustande.

Die Entwicklung der Philosophie
des Altertums möchte ich im Folgenden darstellen.

Im mythischen Denken wird die
Instanz der Götter als absolut gesehen und nicht angezweifelt, da man ja
gelernt hat, daß es Götter gibt.
Die Philosophen hingegen
überschreiten diese Schranke des Denkens und verlassen sich nicht mehr auf
Überlieferungen, sondern nur noch auf ihre eigene Logik.

v Homer

Homer lebte wahrscheinlich
zwischen 750 und 650 v. Chr. und gilt als ältester epischer Dichter des
Abendlandes. Es hieß, er habe “Ilias” und
“Odyssee” geschrieben. Heute wird jedoch vermutet, daß der
Verfasser der “Odyssee” ein anderer war.
In “Ilias”
läuft parallel zum menschlichen Geschehen ( z.B. im trojanischen Krieg )
eine Götterhandlung. Die Götter lenken dort den Lauf der Dinge nach
ihrem Willen.
Homer beeinflußte die
griechische Mythologie so stark, daß die Homerische Religion zur
offiziellen Religion wurde. Sie lehrte, daß die Toten zu “blutleeren
Schatten” würden, die ewig und ruhelos die Unterwelt durchwandern,
was in der griechischen Vorstellung damals das schlimmste Übel war, das
einem passieren konnte. Sündern erging es besonders schlimm : In Ketten
gelegt mußten sie im Gefängnis Tartaros schmoren, das mit einem
Fluß aus Feuer umgeben war.

Man könnte kurz
zusammenfassen : Die Seele ist tot, doch der Körper
leidet.

Die Menschen dachten damals,
daß der Tod etwas Schlimmes sein muß, da Götter alles tun, was
Spaß macht und unsterblich sind. Wäre der Tod etwas Schönes, so
würden die Götter auch sterben.

Unsterblichkeit der Seele
konnte nicht erreicht werden, wohl aber Unsterblichkeit im Angedenken der
künftigen Generationen, welches Heroen und Weise erlangen, die sich durch
besondere Taten oder Entdeckungen auszeichneten.

Orphik
Neben der offiziellen
Homerischen Religion gab es auch die Geheimreligion der Orphiker, deren
Begründer Orpheus sein soll. Die Orphik befasste sich vor allem mit dem
Verbleib der Seele im Jenseits. Sie glaubten an die Unsterblichkeit der
Seele, die Seeligkeit im Jenseits und das Ende der
Seelenwanderung, wenn im Leben gewisse ethische Forderungen erfüllt
wurden.

Heroen, Halbgötter und
Weise gelangten nach dem Tod in die Elysischen Gefilde :
“Blumenübersäte, sonnenglänzende Wiesen, erfüllt von
Gesang und Tanz; hier durften die Gesegneten ihren Lieblingstätigkeiten
nachgehen”

Die Mitgliedschaft in der
orphischen Geheimreligion ist jedoch auch für einfache Menschen ein
untrüglicher Weg zur Rettung.
Die
Vorsokratiker
Pythagoras von Samos
Durch Pythagoras ( 572-497 v.
Chr. ) fand die orphische Todesvorstellung Eingang in die Philosophie. Er
lehrte, die Seele sei göttlichen Ursprungs, müsse eine
Seelenwanderung, eine Reinigung im Kreislauf der Geburten durchmachen und
vereinige sich schließlich wieder mit dem Göttlichen, wenn sie
komplett gereinigt ist. Zwischen Tod und Geburt liegt immer eine Phase der
Reinigung. Im Leben ist es die Aufgabe des Menschen, diese Reinheit zu erhalten
und wenn möglich zu verbessern. Dadurch kommt man der Vereinigung mit
dem Göttlichen schneller nahe.
Ein schlechter Mensch hingegen
muß ruhelos umherstreifen, statt gereinigt zu werden, um dann, nachdem er
im Fegefeuer war, in einem anderen Menschen oder Tier wiedergeboren zu werden.


Pythagoras gibt praktische
Anweisungen, wie man das Leben rein verbringen kann. Mathematische Vorstellungen
galten als höchster Grad der Reinheit, da Harmonien auf
Zahlenverhältnissen beruhen.
Er selber wurde von seinen
Anhängern als Inkarnation des Apollons verehrt. Apollon verkörperte
die griechischen Ideale von Schönheit, Recht, Ordnung und Sühne der
Schuld. Pythagoras` Lehre ist also eher theologisch als philosophisch.


Thales von Milet
Thales von Milet ( ca. 625 -
547 v. Chr. ) gilt als der Begründer der ionischen Naturphilosophie und
damit des wissenschaftlichen Denkens. In einem revolutionären Schritt gab
er die mystische Weltdeutung auf und machte das Wasser als einziges Element zum
Ursprung aller Dinge. Seinsgrund des Kosmos waren für ihn nicht mehr
mystische Kräfte, sondern das Wasser.
Wenn alle Dinge eines sind -
nämlich Wasser - kann der Tod die Substanz nicht angreifen, sondern nur
verändern. Das führt außerdem zu dem Wissen, daß die Welt
belebt ist und verändert wird, letztendlich jedoch alles wieder in seinen
ursprünglichen Zustand - das Wasser - zurückkehrt.
Der Tod ist folglich nichts
furchterregendes, sondern natürlich.



Anaximander
von Milet
Die Lehren des Naturphilosophen
Anaximander ( 610 - 546 v. Chr. ), Schüler von Thales und Begründer
der wissenschaftlichen Geographie, beschäftigen sich mit der
Vergänglichkeit der Dinge. Danach haben die Menschen kein Existenzrecht,
und der Tod ist die Strafe dafür, das sie sich genommen haben was ihnen
nicht zusteht. Sie müssen ihr Dasein abbüßen durch Leiden und
Tod.
Andere Interpretationen
behaupten, die Lehre beinhalte nicht, daß die einzelnen Dinge untergehen
müssen, weil sie durch ihre individuelle Existenz Unrecht tun, sondern weil
sie sich gegenseitig Unrecht tun, indem sie einander die
Daseinsmöglichkeiten bestreiten, weshalb sie wieder vergehen müssen um
anderen Platz zu machen. Anaximander hatte die Vorstellung eines unendlichen und
unbestimmbaren “Apeirons”, dem alle Dinge entspringen. Da eine
flüchtige, momentane Existenz keinen großen Wert haben kann, hoffte
er nach dem Tod ins “Apeiron” überzugehen.

Diese Ansicht wurde zum Kern
der philosophischen Lehren der Folgezeit. Man nahm nun seinen individuellen Tod
auf sich, betrachtete ihn aber nicht als sinnlosen Untergang, denn man hoffte,
im ewigdauernden Ganzen eingeschlossen zu bleiben.

Der Unterschied dieser
Philosophien zu den indischen Religionen, besteht darin daß in der Antike
die individuelle Seele in ein Ganzes übergeht, aber dabei
individuell erhalten bleibt, was in indischen Religionen nicht der Fall ist.


Es gab noch einige weitere
ionische Naturphilosophen. Ihnen allen gemein sind ihre kosmischen
Theorien. Sie nehmen einen Ursprung des Lebens an, den sie in einem der Elemente
oder in einem abstrakten Gebilde vermuten. Die Gelassenheit der Naturphilosophen
gegenüber dem Tod wurde als würdige Haltung gepriesen.


Anaxagoras ( ca. 500 -
428 v. Chr. ) nahm neben der menschlichen Vernunft noch eine kosmische Vernunft
an und sah in Forschertätigkeit sowie sinnlichen Qualitäten den
Lebenszweck. Man sollte die Sicht nicht auf Tod und Sterben lenken, da man sich
ganz mit dem Lebensinhalt beschäftigen sollte.

Heraklit von
Ephesus
Auch Heraklit ( ca. 550 - 480
v. Chr. ) ist beeindruckt von der Unbeständigkeit und Vergänglichkeit
der Dinge. Für ihn ist Veränderung das wichtigste Merkmal der
Wirklichkeit. Weil alles fließt und [...]

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