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Klatsch & Tratsch

Ovid (Publius Ovidius Naso): Ars Amatoria - 1. Buc


Zusammenfassung
Fachbereich: Latein  
Woerter 8000
Kurzbeschreibung Ars Amatoria, 1. Buch Einleitung Wenn einer in diesem Volk die Kunst des Liebens nicht kennt, soll er dies lesen und - durch das Lesen des Gedichts belehrt - lieben. Wie durch Kunst werden die schnellen Schiffen mit dem Segel und dem Ruder...
 
 

Ovid (Publius Ovidius Naso): Ars Amatoria - 1. Buc

Ars Amatoria, 1. Buch

Einleitung


Wenn einer in diesem Volk die Kunst des Liebens nicht kennt,soll er dies lesen und - durch das Lesen desGedichts belehrt - lieben. Wiedurch Kunst werden die schnellen Schiffen mit dem Segel und dem Ruder bewegt,durch Kunst werden die leichten Wagen bewegt: Von Kunst wird auch Amor gelenkt.Automedon war auch mit lockeren Zügeln fähig für die Wagen,Typhus war der Kapitän auf dem Argonautenschiff: Venus stellte mich alsLehrer der zarten Kunst voraus. Ich möchte Tiphys und Automedon der Liebegenannt werden. Jener freilich, der mich oft bekämpft, ist wild. Aber erist ein Bub, sein Alter zart und fähig, gelenkt zu werden. Phillyridesvollendete Achill als Buben mit der Kithara und er zügelte seine wildeGesinnung mit gefälliger Kunst. Der, der so oft Bundesgenossen, so oftFeinde erschreckt hat, soll sich vor dem so altenMann sehr gefürchtethaben. Die Hände, die Hector spüren sollte, hat er auf Befehl desLehrers zu den befohlenen Schlägen gewährt. Chiron ist der Lehrer desAeaciden, ich bin der des Amor. Beide Buben sind wild, beide von Götterngeboren. Aber dennoch wird auch das Genick des Ochsen durch den Pflug beschwert,das Zaumzeug wird durch die Zähne des stolzen Pferdes zerscheuert: Auch mirwird Amor weichen, wenn er mich auch mit seinem Bogen verletzt, mag er auchseine geschwungenen Fackeln hin- und herschwingen. Je heftiger Amor michfesselt, je heftiger er mich entzündet, desto besser tauge ich alsRächer für die angetanen Wunden. Ich, oh Phoebus, möchte nichtlügen, dass mir die Künste von dir gegebenwurden, auch werde ichnicht von der Stimme eines in der Luft befindlichen Vogels gemahnt, nicht sindClio und die Schwestern der Clio für mich sichtbar, während ich, ohAscra, in deinen Tälern hüte. Der Gebrauch bewegt dieses Werk:Gehorcht dem kundigen Seher. Ich werde Wahres singen. Stehe mir, Mutter desAmor, bei den begonnenen Sachen bei! Bleibt weit weg, zarte Kopfbinden,Anzeichen der Schamhaftigkeit, und langer Besatz (an der Tunika, Anm.), der dudie Füße in der Mitte bedeckst: Wir werden über sicherenLiebesgenuss und gestatteten heimliche Liebesverhältnisse singen und inmeinem Gedicht wird kein einziges Verbrechen sein. Als erstes, bemühe dichzu finden, was du lieben willst, du, der du als Krieger zum ersten Mal denDienst antrittst. Als nächstes stellt sich die Aufgabe, das Mädchen,das dir gefällt, zu erweichen. Drittens, dass die Liebe lange andauert. Dasist das Ziel. Dieses Gebiet wird durch unsere Wägen eingekerbt. Das wirddas Ziel sein, das vom eilenden Rad gestreift werden muss.

WO sind Mädchen zu finden?

Solange es erlaubt ist und du mit lockeren Zügeln überall gehenkannst, wähle eine aus, der du sagst: “Du alleine gefällstmir.” Diese wird dir nicht durch die leichten Lüfteherabgefallen kommen; Deine Augen müssen das passendeMädchen suchen. Der Jäger weiss gut, wo er die Netze für dieHirsche spannt; er weiss gut, in welchem Tal der wütende Eber sich fürgewöhnlich aufhält; den Vogelfängern sind dieBüsche bekannt; Der die Angelhaken auswirft, weiss, welcheGewässer von vielen Fischen beschwommen werden: Auch Du, der du den Stofffür eine lang dauernde Liebe suchst, lerne zuerst, an welchem Ort einMädchen häufig ist. Nicht werde ich befehlen, dass der Suchende dieSegel dem Wind übergibt. Nicht musst du, um zu finden, einen langen Weg oftbetreten. Mag Perseus Andromeda von den schwarzen Inderholen, mag die Griechinvon dem phyrgischen Mann geraubt werden. So viele und so schöneMädchen wird Rom dir geben, so dass du sagst: “Es hat, wasauch immer es auf der Welt gab.” Wie viele Felder Gargara, wieviele Weinreben Methymna hat, wie viele Fische vom Meer, wie viele Vögelvom Laub verdeckt werden, wie viele Sterne der Himmel, so viele Mädchen hatdein Rom: Die Mutter hat sich in der Stadt ihres Aeneasniedergelassen. Sei es, dass du von den ersten und noch wachsenden Jahrengefangen wirst, wird das richtige Mädchen vor deine Augen kommen. Sei es,dass du eine junge begehrst, werden die tausend (junge) gefallen: Du wirstgezwungen, deinen Wunsch nicht zu kennen. Sei es, dass dich zufällig dasspätere und klügere Alter erfreut, wird auch, glaub mir, diese Scharziemlich groß sein.

Verschiedene Treffpunkte in Rom

Du spaziere nur langsam im Schatten der Pompeianischen Säulenhalle,wenn die Sonne an den Rücken des Herkulischen Löwen herankommt, oderwo die Mutter zu den Geschenken des Sohnes ihre Geschenke dazugab, ein Werkreich an auswärtigem Marmor. Auch darfst du nicht die mit alten Bilderngeschmückte Säulenhalle meiden, die den Namen ihres Urhebers, Livia,trägt, und in der die Beliden es wagen, den unglückseligen Vettern denTod zu bereiten, und der wilde Vater mit gezücktem Schwert dasteht. Auchsoll der Tag, an dem Adonis von Venus beweint wird, nicht an dirvorübergehen, und den vom syrischen Juden geheiligten und geehrten siebtenTag, nicht flüchte vor dem menphitischen Tempel der Kuh, die mit Leinenbekleidet ist (jene macht viele zu dem, was sie selbst für Jupiter war);Auch die Marktplätze passen für die Liebe– wer könnte dasglauben? -, und oft wurde auf dem wortreichen Marktplatz jemand seine Flammewiedergefunden. Wo beim Tempel der Venus, der aus Marmor ist, Appiasausgestoßenes Wasser in die Luft spritzt, an jenem Platz wird oft derGelehrte von Amor gefesselt, wer auch immer sich vor anderen hütete,hütet sich nicht vor sich selbst. An jenem Platz fehlen dem Redegewandtenoft seine eigenen Worten neue Sachen kommen, er muss seinen eigenen Prozessbehandeln. Diesen belächelt Venus von den Tempeln, die angrenzend sind;Der, der eben Herr war, begehrt nun, Höriger zu sein.

Das Theater

Aber du jage besonders in den runden Theatern: Diese Orte sind fruchtbarerals dein verwegenster Wunsch.
Dort wirst du finden, was du liebst, womit duspielen kannst, und was du einmal berührst, und was du halten willst. Wiedie Ameise häufig im langen Zug herumgeht, wobei sie mit demkörnertragenden Mund die gewohnte Speise schleift, oder wie Bienen , wennsie die geliebten Täler und duftenden Weideplätze erreicht haben, unddurch Blumen und hohen Thymian streifen, so strömt die Frau sehrherausgeputzt zu den wohlbesuchten Spielen; die Menge behinderte oft meinUrteil. Sie kommen, um zu sehen, sie kommen, um selbst gesehen zu werden. JenerOrt bringt einen Schaden für das saubere Schamgefühl mit sich. Alserster hast du die aufregenden Spiele gemacht, Romulus, als die geraubteSabinerin die ledigen Männer erfreuten. Weder hingen damals über demmarmornen Theater Sonnensegel, noch war die Bühne durch flüssigesKokosnussöl gerötet gewesen. Dort waren Laubbäume, die daswaldreiche Palatium hervorgebracht hatte, einfach Kunst aufgestellt, dieBühne war ohne Kunst. Das Volk saß auf aus Rasenstückengemachten Stufen, wobei irgendein Laubkranz die struppigen Haare bedeckte. Sieblickten zurück und jeder merkte sich mit den Augen das einzelneMädchen, das er will, und erwägen viel mitschweigender Brust. Undwährend ein tuskischer Flötenspieler eine einfache Melodie darbot, undein Tänzer den geebneten Boden ständig mit dem Fuß stampft, gabmitten im Beifall (damals entbehrte das Klatschen der Kunst) der König demVolk plötzlich die Zeichen zum Raub. Sofort sprangen sie auf, durchGeschrei ihre Absicht kundtuend, und sie betouchten die Jungfrauen mit gierigenHänden. Wie vor den Adlern die Tauben fliehen, die sehr erschreckte Schar,und wie beim Anblick der Wölfe das junge Schaf flieht, so fürchtetenjene die ohne Gesetz herbeistürzenden Männer; Es blieb inkeiner die Farbe, die ihr vorher war. Denn die Angst war eines, das Aussehen derFurcht nicht eines: Ein Teil raufte sich das Haar, der andere Teil saßfassungslos da; Eine schweigt traurig, eine andere ruft vergebens die Mutter;Diese klagt, diese staunt; Diese bleibt, jene flieht. Die geraubtenMädchen, die hochzeitliche Beute, werden weggeführt und die Angstselbst konnte viele schmücken. Wenn sich irgendeine zu sehr gewehrt hat undden Begleiter abgelehnt hatte, trug der Mann selbst die aufgehobene an dergierigen Brust und meinte so “Warum entstellst du die zarten Augen mitTränen? Was der Mutter der Vater ist”, sagte er, “werde ich dirsein.” Romulus, du allein verstandest es, den SoldatenVergünstigungen zu geben: Auch ich werde Soldat, wenn du mir solcheangenehmen Dinge gewährst. Freilich bleiben seit dieser geheiligten Sittedie traurigen Theater gefährlich für die schönenMädchen.

Zirkus und Arena

Der Wettstreit der edlen Pferde soll nicht an dir vorbeigehen. Der Zirkus,der viel Volk fasst, hat viele Vorteile. Keineswegs brauchtman die Finger,durch die du Geheimnisse mitteilst, und nicht musst du die Nachricht durch einKopfnicken bemerken: Ganz nah setz dich zur Herrin, ohne dass dich einer daranhindert; verbinde deine Seite ununterbrochen ihrer Seite, wie du es vermagst.Und gut ist es, dass die Linie zwingt, verbunden zu werden, solltest du nichtwollen, und dass du durch das Gesetz des Platzes das Mädchen berührenmusst. Hier soll von dir der Anfang eines verbindenden Gesprächs gesuchtwerden, und die Worte des Publikums sollen die ersten Äusserungenermöglichen. Mach, dass du eifrig suchst, wessen Pferde kommen, undzögere nicht, wer immer es sein wird, den jene unterstützt, zubegünstigen. Aber wenn der Festzug häufig mit elfenbeinernenGötterbildern gehen wird, klatsche du der Herrin Venus mitbegünstigender Hand. Und wenn es geschieht, dass auf den Schoß desMädchens zufällig ein Staubkorn gefallen ist, muss es mit den Fingernweggeschüttelt werden. Und wenn es kein Staubkorn geben wird, putze dennochdas gar nicht vorhandene weg: Jeglicher Grund soll für deine Pflichtgeeignet sein. Wenn der Umhang allzu sehr herabgeglitten auf dem Boden liegenwird, raffe ihn auf, und hebe ihn eifrig - schmutzig vom Boden - herauf.Sofort, der Preis der Mühe, werden deine Augen den Anblick der Beinegenießen, wobei das Mädchen es dulden wird. Schaueausserdem zurück, wer auch immer hinter euch sitzt, dass er nicht mit dementgegengestellten Knie den weichen Rücken drückt. Kleinigkeitenfassen leichte Gemüter. Es war vielen nützlich, mit leichter Hand denPolster gerichtet zu haben. Ebenfalls war es nützlich, mit einem zartenFächer Luft zugefächelt zu haben und unter denzarten Fuß einengeschwungenen Schemel gegeben zu haben. Diese Zugänge für neue Liebebieten der Zirkus und die tränenbringende Arena auf dem besorgten Forum. Indieser Arena kämpfte oft der Sohn der Venus, und der, der die Wundenbetrachtete, hat nun selbst eine Wunde: Während er sprach und die Handberührte und das Büchlein verlangte und fragte, nachdem er denWettbetrag erbracht hatte, wer gewinnen würde, seufzte er verwundet,spürte das schnelle Geschoß und war selbst ein Teil des Spiels, daser betrachtete.

Gespielte Seeschlachten und Triumphzug

Was war, als Caesar bei der Vorführung der Seeschlacht Persische undAthenische Schiffe einführte? Doch kamen von beiden Meeren jungeMänner, von beiden Meeren Mädchen, und in Rom was die riesige Welt.Wer fand in dieser Schar nichts, was er lieben hätten können? Ja, wieviele quälte die fremde Liebe! Siehe, Caesar bereitet sich vorhinzuzufügen,, was für die Herrschaft über die Welt fehlte. Bald,äusserster Orient, wirst du uns gehören. Parther, bestraft wirst duwerden. Freut euch, Begrabene des Crassus, und Zeichen, die Barbarenhändenicht sehr geduldet haben. Der Rächerist hier und lässt denFührer in seinen ersten Jahren bekennen und betreibt als Bub, obwohl esnicht die Sache eines Buben ist, Kriegshandlungen. Zählt nichtängstlich die Geburten der Götter. Den Kaisern wird der Mut vor demTodestag zuteil. Schnellerer erhebt sich der himmlische Geist als dasgesetzliche Alter und erträgt schlecht das Übel der faulenVerzögerung. Jupiter war klein und zerquetschte mit seinen Händen zweiSchlangen, und schon im der Wiege Jupiters würdig. Und wie klein warst duBacchus, der du auch heute ein Bub bist, als sich das besiegte Indien vor deinenThyrserstäben fürchtete. Glücklich und im Alter deines Vaters,Bub, wirst du die Waffen bewegen, vom Alter und Glück wie dein Vater. Unterso einem großen Namen schuldest du einen solchen Anfang, nun der Ersteunter den Jungen, dann der der Alten. Wenn du Brüder hast, räche diegekränkten Brüder, wenn du einen Vater hast, so beschütze dasRechts desVaters. Die Waffen hat dir dein Erzeuger und der des Vaterlandesangelegt. Der Feind raubt gegen den Willen des Vaters das Königreich. Duwirst heilige Waffen tragen, jener verbrecherische Pfeile. Für dein Zeichenwird Recht und Pflichtbewusstseinstehen. Im Prozess werden die Parther besiegt,so sollen sie auch mit Waffen besiegt werden: Möge mein Führer dieMacht des Orients Latium übergeben. Vater Mars und Vater Caesar, gebt demGehenden göttlichen Segen: Denn der eine von euchist ein Gott, der anderewird es sein. Du wirst gewinnen, ich prophezeie es, und durch meine Gedichtewerde ich die Schwüre einlösen, und mit lauter Stimme werde ich dichbesingen müssen. Du wirst feststehen und den Kriegstrupp durch meine Worteauffordern (oh mögen meine Worte nicht deiner Seele fehlen). Ich werdesagen, wie die Parther Rücken an Rücken und die Römer Brust anBrust gingen und die Spieße, die der Feind vom abgewandten Pferdschießt. Parther, der dufliehst um zu siegen, was bleibt dir übrig,der du besiegt bist? Parther, nun schon hat dein Mars ein übles Vorzeichen.Als wird dieser Tag sein, an dem du, Schönster aller Sachen, mit vierschneeweißen Pferden in Gold gehüllt kommen wirst. Davor werdenFührer gehen, den Hals beschwert mit Ketten, damit sie nicht, wiefrüher, durch die Flucht sicher sein können. Froh werden jungeMänner und gemischte Mädchen zuschauen, und dieser Tag wird allen dieSeelen erheitern. Und wenn jemand eine von denen nach den Namen der Königefragt, welche Orte, Berge und Gewässer mitgetragen werden, beantwortealles, nicht nur wenn irgendeine fragte. Und was du nicht weißt, bringvor, als ob es dir gut bekannt wäre: Das ist der Euphrat, die Vorderseitemit Schilf gekrönt; Dem die Haare bläulich hinunterhängen, wirdder Tigris sein; Diese halte für Armenier, das ist das Persien von Danae;Jene Stadt war in achaemeniuschen Tälern; Jener oderjener sindFührer, und waren es, und die, die du nennst, werden, wenn du kannst, wahrsein, wenn du weniger gut kannst, dennoch passend sein.
DasGastmahl
Auch die Gastmähler mit aufgestellten Tischen geben Gelegenheit; esgibt außer den Weinen etwas, was du dort anstrebst. Oft hat dort derpurpurfarbene Amor mit zarten Armen die herangezogenen Hörner des Bacchusgedrückt, und wenn die Weine die durstigen Flügel des Cupido gesprengthatte, so blieb er stehen und stand schwerfällig auf dem eingenommenenPlatz. Jener freilich schüttelt die feuchten Federn schnell, aber dennochschadet es, die Brust durch Amor bespritzen zu lassen. Die Weine bereiten dieStimmung und macht sie für Liebesglut passend; Die Sorge flieht und wirdmit viel Wein weggewaschen. Dann kommt das Lachen, dann nimmt der ArmeHörner an, dann gehen der Schmerz und die Sorgen sowie die Falten von derStirn. Dann öffnet die Einfachheit die Sinne, was sehr selten in unseremJahrhundert passiert, weil der Gott die Künste vertreibt. Dortraubten oft die Mädchen die Herzen der jungen Männer und die Venus warim Wein wie Feuer im Feuer. Hier glaube nicht zu sehr der trügerischenLampe: Dem Urteil über die Form schaden die Nacht und der Wein. Im Lichtbetrachtete Paris die Göttinnen und bei offenem Himmel, als er zu Venussagte: “Du besiegst jede von beiden, Venus.” In der Nachtsind die Fehler verborgen und jeder Mangel wird verziehen, und jene Stunde machtjede Beliebige schön. Befrage über Edelsteine, über mit Purpurgefärbte Wolle, über Aussehen und Körper den (/bei)Tag.

Treffpunkte ausserhalb Roms

Was könnte ich dir noch für Versammlungsorte vonFrauen, diefür die Jagd geeignet sind, aufzählen? Der Sand wird meiner Zahlweichen. Was soll ich noch Baiae berichten, die Strände, die Baiae umgebenund das Wasser, das durch warmen Schwefel raucht? Einer, der von hier eine Wundeim Herz zurückbrachte, meinte: “Nicht so gesund, wie man berichtet,ist dieses Wasser.” Siehe, da ist der Dianatempel im Wald vor der Stadtund die Königswürde, mit schadender Hand durch die Schwerte gewonnen;jene, mag sie eine Jungfrau sein, mag sie die Pfeile Cupidos hassen, gab demVolk doch viele Wunden, und viele wird sie noch geben.

Wie erobert man Mädchen?

Bis hier macht dir Thalia, die auf ungleichen Rädern (wg.Elegischem Distichon) fährt, Vorschriften, von wo du suchen sollst, wasdu lieben könntest wo du Netze aufstellen sollst. Jetzt beabsichtige ich,dir zu sagen, mit welchen Kunstgriffen die, die dir gefiel, gefangen werdenmuss, was weichere Kunstgriffe erfordert. Wer auch immer und wo, Männer,ihr seid, merkt euch mit aufmerksamem Geist, und als begünstigendes Volkseid für meine Verheissungen da.
Selbstvertrauen
Zuerst möge die Zuversicht in deinen Geist kommen, dass alleeingenommen werden können: Du wirst sie fangen, du spanne nur deine Netzeaus. Eher mögen die Vögel im Frühjahr schweigen, eher die Zikadenim Sommer, eher kann der maenalische Hund vor dem Hasen davon laufen, als dasseine Frau einen jungen Mann zurückweist, nachdem erSchmeicheleien gewagthat. Auch die wird wollen, von der du glaubst, dass sie gar nicht will. Und wiewillkommen die heimliche Venus einem Mann ist, so sehr ist sie es demMädchen. Der Mann verbirgt sie schlecht, jene begehrt sie besser versteckt.Solltees den Männern passen, dass wir keine vorher fragen, wird dir Frauschon geschlagen die Rolle der Bittenden spielen. Auf den weichen Wiesen muhtdem Stier die Kuh zu, immer wiehert die Stute dem behuften Pferd zu. WenigerLust haben wir und eine nichtso wilde. Die Glut des Mannes hat einegesetzmäßige Grenze. Was soll ich Byblis erwähnen, die inabgewehrter Liebe zum Bruder brannte und für ihr Verbrechen sich tapfer mitdem Strang gerächt hat? Myrrha (in Baum verwandelt worden)liebteihren Vater, aber nicht, wie eine Tochter es sollte, und nun ist sie vonRindern, die sie beengen, verborgen. Durch die Tränen jener, die derduftende Baum ausgießt, salben wir uns, und der Tropfen trägt denNamen der Herrin. Es gab einen schneeweißen Stier (Zeus verwandeltesich manchmal in Stier) in den schattigen Tälern am Fuß derwaldigen Ida (Geburtsort von Zeus), der Ruhm der Herde, der in der Mittezwischen den Hörnern schwarz gekennzeichnet war. Es gab einen einzigenFleck, das Übrige war weiß wie Milch. Jenen erwünschten dieKühe von Cnossus und Cydonae auf ihrem Rücken zu tragen. Pasiphae(Frau von König Minos von Kreta, Mutter von Minotauros; halb Mensch,halb Stier, in Labyrinth)freute sich, die ehebrecherische Geliebte fürden Stier zu werden. Gehässig hasste jene die schönen Rinder. Ichsinge von Bekanntem; Das kann Kreta, das hundert Städte trägt, nichtleugnen, auch wenn es lügnerisch ist. Selbst sollte sie dem Stier frischesLaub und ganz zartes Gras mit ungeübter Hand geschnitten haben. Siebegleitet die Zugtiere, und nicht hält sie, die gehen will, dieRücksicht zu ihrem Gatten zurück. Minos wurde von einem Rindgeschlagen. Was,Pasiphae, nützt es dir, kostbare Gewänder zu tragen?Jener dein Ehebrecher hat keinen Sinn für Kostbarkeiten. Was nütztdir, wenn du zum Vieh auf die Bergweide eilst, der Spiegel? Was ordnest du sooft, Törichte, deine Haare? Dennochglaube dem Spiegel, der dir verneint,eine Kuh zu sein: Wie würdest du wünschen, dass an deiner StirnHörner wachsen! Sei es, dass dir Minos gefällt, dann suche keinenEhebrecher; sei es, dass du lieber einen Mann täuschen willst, danntäusche ihn mit einem Mann. Nachdem die Königin ihr Gemach verlassenhatte, stürzt sie sich in Wälder und Berge wie eine Bacchantin, dievom aonischen Gott besessen ist. Ach, wie oft sah sie eine Kuh mit ungleichemBlick und sagte: “Warum gefällt jene nur meinem Herren?” Schau,wie sie vor ihm selbst im zarten Gras herumspringt. Nicht zweifle ich, dass siemeint, als Dumme schön zu sein. So sprach sie und ließ sofort aus derriesigen Herde wegführen, befahl, sie unverdienter Weise unter das krummeJoch zu ziehen, oder zwang sie vor Altären als Opfer gedacht zu tötenund hielt die Eingeweide der Geliebten in der vergnügten Hand. Wie oftbefriedete sie Gottheiten durch die Ermordung von Rivalinnen und sprach,während sie die Eingeweide hielt, “Geht und gefallt demMeinen”, und bald wünschte sie, Europa (auf Stier entführtworden) zu werden, bald Io, weil die eine eine Kuh ist, die von einem Rindgeführt wurde. Dennocherfüllte sie der Führer der Herde,getäuscht durch eine Kuh aus Ahornholz, und durch Nachkommenschaft wurdeder Urheber enthüllt. Wenn sich die Kreterin (Aerope) der Liebe zuThyestenes (Schwager; aß eigene Kinder, die er vom Mann der Aeropevorgesetzt bekam) enthalten hätte (und wieviel ist es, einen Mannentbehren zu können!), hätte Phoebus die Reise nicht in der Mitteabgebrochen, und er wäre nicht mit den Pferden, nachdem der Wagen umgekehrtwar, zurück zu Aurora gefahren. Nisus (belagerte Minos) stahlseine Tochter (liebte Minos, nahm deshalb die Zauberhaare weg) diepurpurfarbenen Haare, ihren Unterleib umgeben rasende Hunde. Atridus(Agammemnon), der dem Mars auf dem Land und der Neptun (Irrfahrten)auf dem Meer entfloh, war das grässliche Opfer seiner Frau(Clytaemnestra, erschlug mit Ehemann Agammemnon, der vom Kriegzurückkam, Orest und Elektra (Kind), brachte Mutter um). Wem wurdenicht unter Tränen erzählt über die Verbrennung (in Giftgetränktes Kleid angezogen) der ephyraeischen Creusa und über dievom Tod der Kinder blutverschmierte Mutter? Phoenix (Stiefsohn der Phaedra,die sich in A. und H. verliebte, darauf tötete Agammemnon P. und H.),der Sohn Amyntors, weinte durch leere Augen; die rasenden Pferde zerrissenHippolytus. Was, Phineus, stichst du deinen unschuldigen Söhnen dieSchwellen aus? Die Strafe wird sich auf deinen eigenen Kopf wenden. Das alleswurde durch weibliche Lust bewirkt; Heftiger als die Unsrigeist sie und wilder.Also gemma, zögere nicht, alle Frauen zu erhoffen: Kaum wird unter vieleneine einzige sein, die dich abweist. Die, die geben, welche auch immer abweisen,freuten sich dennoch, gefragt worden zu sein: Wenn du schon enttäuschtwirst, ist deine Zurückweisung (doch) sicher. Aber warum sollst dugetäuscht werden, wenn neue Lust willkommen ist und mehr fremde Dinge dieSeelen einnehmen als eigene? Immer ist die Saat auf fremden Äckernfruchtbarer und das benachbarte Kleinvieh hat größere Fruchtbarkeit.
Vom Umgangmit der Dienerin
Doch vorher möge es deine Sorge sein, die Magd des Mädchens, dasdu fangen möchtest, kennenzulernen. Jene wird dir den Zugang erleichtern.Schau, dass jene die nächste Beraterin deiner Herrin ist und eine nicht zuwenig treue Mitwisserin für verschwiegene Witze. Diese bestich durchVersprechungen, diese bestich mit Bitten: Was du anstrebst wirst du, wenn jenees nur will, leicht bekommen. Jene wird die Zeit aussuchen (auch Medizinerbeachten die Zeit), zu der der Geist der Herrin leicht ist und geeignet, erobertzu werden. Der Geist wird bereit sein, erobert zu werden, wenn er sichäusserst erfreut entfaltet wie die Saat auf fettem Boden. Die Herzen sindselbst offen, während sie sich freuen und durch keinen Schmerz betrübtsind. Dann kommt Venus durch schmeichelnde Kunst zu Hilfe. Damals wurde Troia,als es traurig war, mit Waffengewalt verteidigt. Als es fröhlich war nahmes ein Pferd auf, das schwer war durch die (Last der) Soldaten. Auch dann mussman sie verführen, wenn sie durch eine Rivalin verletzt betrübt ist.Dann wirst du dir Mühe geben, dass sie nicht ungerächt bleibt.Möge sie die Dienerin, wenn sie frühmorgens ihr Haar kämmt,aufhetzen, und wie ein Segel dem Ruder helfen und mit sich leise murmelndsprechen: “Aber, so meine ich, nicht konntest du selbst ihm mit barerMünze zurückzahlen.” Dann möge sie von dir sprechen, dannmöge sie überzeugende Worte hinzufügen und schwören, dass duumkommst durch krankhafte Liebe. Aber eile, damit die Segel nicht fallen unddie Winde nachlassen. Die Wut schmilzt wie das zerbrechliche Eis mit der Zeit.Du fragst, ob es auch nützt, die Magd selbst zu verführen? Indem dudir solches erlaubst, gibt es ein großes Risiko. Die eine wird durch denLiebesgenuss eifriger, die andere müßiger. Die eine bereitet dich alsGeschenk für ihre Herrin, jene für sich selbst. Im Ausgang ist derZufall: Mag dieser dem Gewagten auch günstig sein, rate ich dir dennoch,dich zu enthalten. Ich möchte nicht über abschüssiges Gebirgemarschieren und über spitze Berggipfel, und kein junger Mann wird durchmeine Führung gefangen werden. Wenn aber jene dennoch dir gefällt,während sie Briefchen übergibt und annimmt, durch die Gestalt, nichtnur durch ihren Eifer, bemächtige dich zuerst der Herrin, jene soll alsBegleiterin folgen. Nicht darfst du die Liebe mit der Magd zuerst beginnen. Daseine mahne ich dich, wenn der Kunst irgend etwas geglaubt werden kann und wennder stürmische Wind nicht meine Worte über das Meer treibt. Entwederdu wagst es nicht oder stell es fertig: Die Anklage wird aufgehoben, wenn sieselbst einmal in einen Teil des Verbrechens kommt. Es ist nicht nützlich,wenn ein Vogel mit Leim an den Flügeln entflieht, es ist nicht gut, wennein Eber aus dem weitmaschigen Netz rauskommt. Der Fisch, der vom Haken verletztist, möge hängen bleiben: Wenn du sie verführt hast, bleibstandhaft und weich nicht von der Stelle, außer als Sieger. Aber es sollgut gehütet bleiben: Wenn dein Spion gut gehütet wird, wird dir immerdie Nachricht deiner Freundin helfen.

Die Wahl des Zeitpunktes

Der, der meint, dass nur fleißige Bauern und Seeleute auf denrichtigen Zeitpunkt achten müssen, täuscht sich. Nicht immer darf mandie Saat der Ceres den täuschenden Äckern anvertrauen, nicht immer dashohle Schiff dem grünen Wasser, auch ist es nicht immer sicher, zartenMädchen zu angeln. Oft wird dasselbe besser gelingen, nachdem Zeit gegebenwurde. Wenn der Geburtstag oder die Kalenden nahesind, (die Kalenden,) dieVenus befiehlt, auf den Mars folgen zu lassen, sei es, dass der Zirkus nicht,wie er es vorher war, mit Figürchen geschmückt ist, sondern dieReichtümer der Könige ausstellt, dann verschiebe das Werk. Dannherrscht trauriger Winter, dann drohen die Pliaden, dann taucht das Sternbilddes zarten Haedus ins Meer. Dann ist es gut, abzulassen; Wenn sich irgendwerdann dem Meer anvertraut, hielt kaum die Wrackteile des zerschmetterten Schiffs.Dann darfst du anfangen, andem Tag, an dem traurig die Allia von den Wunden derLatiner blutig war, oder an dem geschäftsfreien (für Geschäfteweniger geeigneten) siebenten Festtag, den der palästinensische Syrer zufeiern pflegt. Am allermeisten ungewiss aber seidir der Geburtstag der Freundin– jener Tag sei für dich ein Schwarzer, an dem man etwas schenkenmuss.

Geschenke und Liebesbriefe

Wenn du gut gemieden hast, wird sie dennoch (etwas) davontragen. Die Fraufindet eine Kunst, durch die sie die Mittel eines Liebhabers ruft. Zurkauflustigen Herrin wird ein leicht begürteter Kaufmann kommen, und erwird, während du sitzt, seine Waren hervorholen. Jene wird bitten, dass dudiese begutachtest, dass du zu verstehen scheinst. Sie wird dir Küssegeben, dann wird die dich bitten, dass du kaufst. Sie wird schwören, damitauf Jahre hinaus zufrieden zu sein; nun müsse sie es haben, nun, wird siesagen, sei es gut, gekauft zu werden. Wenn du vortäuschen wirst,kein Geldzu haben um zu bezahlen, werden Schuldbriefe gefordert, und du wirst bereuen,schreiben zu können. Was, wenn sie durch einen angeblichenGeburtstagskuchen Geschenke fordert und jedesmal Geburtstag feiert, wenn sieetwas braucht? Was, wenn sie sehr traurig über einen erlogenen Schadentrauert und erdichtet, dass ihr ein Edelstein vom Ohr gefallen ist? Vieleserbitten sie, weil sie es brauchen, aber wollen das Gegebene nichtzurückgeben. Du gehst zugrunde, und für deinen Schaden gibtes keinDankeschön. Nicht wären mir, damit ich die gottlosen Künste derDirnen verfolge, zehn Münder mit genauso vielen Zungen genug. Ingeglättete Tafeln eingegossenes Wachs möge die unbekanntenGewässer wagen, eine Wachstafel soll als Mitwisserin deines Geistesvorangehen. Sie möge deine Schmeicheleien und nachgemachten Worte der Liebeübertragen, und wer auch immer du bist, füge nicht wenige Bittenhinzu. Auf die Bitte hin schenkt Achill (hatte Hektor getötet)Priamus (Vater von Hektor, König von Troja) den LeichnamHektors, der zornige Gott wird durch eine bittende Stimme überredet.Versprich recht viel, denn was schadet es, zu versprechen? Reich an Versprechenkann jeder beliebige sein. Wenn sie einmal geglaubt wird, hält Hoffnungfür lange Zeit. Jene ist zwar eine trügerische Göttin, aberdennoch eine geeignete. Wenn du etwas gegeben hast, kannst du durch Vernunftverlassen werden. Sie wird das Erhaltene mitnehmen, und nichts wird sie verlorenhaben. Aber was du nicht gegeben hast, soll immer so erscheinen, als ob du esgeben willst. So täuschte ein unfruchtbarer Acker oft seinen Herren. So,damit er nicht verliert, hört der Spieler nie auf zu verlieren, und oftruft der Würfel die gierigen Händen zurück. Das ist nötig,das ist eine Aufgabe, ohne erstes Geschenk verbunden zu werden. Damit sie nichtumsonst gegeben hat, was sie gibt, wird sie es wie immer geben. So mögedann ein Brief kommen, mit schmeichelnden Worten aufbereitet, und es mögeihre Sinneshaltung erforschen und als erster den Weg wagen: Briefe, die aufeinem Apfel zu ihr kamen, täuschten Kydippe (Accontius liebte sie,schrieb Schwur auf Apfel, den sie aß), und unwissentlich wurde dasMädchen durch ihre Worte besiegt. Erlerne die guten Künste, ich mahnedich, römische Jugend, nicht nur, um verängstigte Angeklagte zuschützen: Wie das Volk, der strenge Richter und der belesene Senat, so wirdauch das Mädchen, durch Beredsamkeit besiegt, sich ergeben. Aber deineKräfte mögen sich verstecken, damit du nicht verlassen bist auf derStirn, es mögen deine Stimmen entfliehen vor weichen Worte. Wer, wenn nichtein von seinem Verstand verlassener, deklariert für die zärtlicheFreundin? Oft war geschriebenes ein starker Grund für Hass. DeinGespräch sei glaubhaft, deine Worte vertraut, dennoch (auch) schmeichelnd,damit du anwesend zu sprechen scheinst. Wenn sie nicht das Geschriebene annimmtund es ungelesen zurückschickt, dann erhoffe, dass sie es lesen wird undhalte dich an das Vorgenommene. Mit der Zeit kommen schwierige Jungstiere zu denPflügen, mit der Zeit lernen Pferde, die weichen Zügel zu erdulden.Durch heftige Verwendung wird der eiserne Ring durchgewetzt, die krummePflugschar geht durch den Kampf mit der Scholle zugrunde. Was ist härterals Gestein, was ist weicher als Wasser? Dennoch werden harte Steine durchweiches Wasser ausgehöhlt. Selbst Penelope wirst du mit der Zeit –bleib nur hart – besiegen. Du siehst, dass Pergamus spät, aberdennoch fiel. Sie laß es und will nicht zurückschreiben, dann zwingesie nicht. Du mach nur, dass sie von dir Schmeicheleien liest. Die, diewollte,gelesen zu haben, wird auch auf das Gelesene zurückschreiben wollen. Miteiner Anzahl kommen diese Dinge und in ihrem Grad. Vielleicht kommen auch zuersttraurige Briefe die bitten, dass du sie nicht beunruhigen sollst. Siefürchtet, was jene erbittet. Was sie nicht bittet, das erhofft sie,nämlich dass du nicht ablässt. Lass nicht ab, und deine Wünschewerden in Erfüllung gehen.

Sonstige Annäherungsversuche

Inzwischen, wenn jene auf einem Polster herumgetragen wird, dann trittunauffällig zur Sänfte deiner Herrin; und damit niemand die gehasstenOhren den Worte entgegenbringt, verbirg sie so gut es geht mit schlauen Zeichen.Sei es, dass sie unbeschäftigt in der weitläufigen Säulenhallespaziert, dann verbinde auch du dort die gemeinsamen Zeiten, und geh einmalvoraus, dann folge ihrem Rücken, und einmal eile und geh einmal langsam. Esbereite dir auch kein Schamgefühl, an einigen in der Mitte liegendenSäulen vorbeizugehen oder an ihrer Seite zu folgen. Nicht soll sie ohnedich wohlgestaltet im kurvigen Theater sitzen. Was du erblicken willst, wirdjene auf ihren Schultern herantragen. Auf jene wirst du zurückschauendürfen, du wirst jene bewundern dürfen, sprich viel mit denAugenbrauen und viel mit Zeichen. Und du sollst applaudieren, wenn ein Mimeirgendein Mädchen umhupft, und du sollst jenen begünstigen, wer auchimmer liebend dargestellt wird. Wenn sie aufsteht, wirst auchdu aufstehen;Solange jene sitzt, wirst du sitzen: Verliere deine Zeit nach der Lust deinerHerrin.

Männliche Schönheitspflege

Aber nicht soll es dir gefallen, mit dem Eisen die Haare zu drehen, undreibe nicht mit rauhemStein die Schenkel glatt. Das befiehl denen zu machen,derer cybelische Mutter mit phyrgischen Melodien angeheult besungen wird. DenMännern passt eine vernachlässigtes Aussehen. Theseus, der keineHaarnadel an der Schläfe trug, riss Minoida(Tochter des Minos) hin.Phaedra liebte Hippolytus, und der war nicht sehr kultiviert. Der Göttinwar Adonis, der passend für den Wald war, zur Sorge. Durch Zierlichkeitmögen die Körper gefallen, sie mögen auf dem Marsfeld braunwerden. Gut soll die Toga passen und (zwar) ohne Flecken. Die Zunge stehe nichtvor; die Zähne sollen des Belages entbehren; nicht schwimme der Fußlax in weitem Leder. Nicht soll deine Frisur die Haare zu Stacheln deformieren:Das Haar und der Bart sollen von gelehrter Hand geschnitten sein. Und nichtsollen die Nägel hervorstehen und sauber sollen sie sein, und aus deinenNasenlöchern soll kein einzelnes Haar hervorstehen. Nicht soll der Herr desschlecht riechenden Mundes eklig sein, und nicht soll der stinkende Bock, derHerr der Ziegenherde, unter der Achsel hausen. Das übrige sollen dieleichten Mädchen machen und einer, wenn er als schlechter Mann einen Mannzu haben sucht.

Bacchus und Ariadne

Siehe, Bacchus ruft seinen Seher: Auch dieser hilft den Liebenden undbegünstigt die Flamme, die ihn selbst wärmt. Das Mädchen vonCnossus (Ariadne) irrte kopflos an unbekannten Stränden herum, wo diekleine Insel Dia vom Wasser des Meeres geschlagen wird; Und wie sie aus demSchlaf erwacht war, in gürtelloser Tunika, mit nacktem Fuß, dieblonden Haare nicht aufgebunden, rief sie “Grausamer Theseus!” zuden tauben Wogen, und mit einem unwürdigen Regen benetzte sie die zartenWangen. Sie schrie und weinte zugleich, aber beides ziemte sich; Nicht wurdejene durch ihre Tränen schändlicher gemacht. Und wieder schlug sie mitihren Händen an die ganz weiche Brust und sagte “Jener unredliche istweggegangen: Waswird mit mir geschehen?” “Was wird mit mirpassieren?”, sagte sie. Es tönten Cymbeln am ganzen Strand und Paukenwurden von gottbegeisterter Hand geschlagen. Durch Angst wurde jenebesinnungslos und die letzten Wörter brach sie ab. Es war kein Blut mehr imreglosen Körper. Siehe, die Mimalloniden, die zerstreutes Haar auf demRücken haben, sieh, die leichten Satyrn, die Vorhut des Gottes. Siehe, deralte, liebestrunkene Silen, der kaum auf dem hängenden Esel sitzt undsichkunstvoll an der Mähne festhält. Während er den Bacchantinnenfolgt, fliehen die Bacchantinnen und greifen ihn an, während der schlechteRitter dem Vierbeiner mit seiner Gerte hart zusetzt, verlor er das Gleichgewichtund fiel vom Esel auf den Kopf. Die Satyren Schrien “Steh auf, komm, stehauf, Vater.” Schon gab der Gott auf dem Wagen, den er oben mit Weinlaubgedeckt hatte, den vorgespannten Tigern die goldene Zügel. Dem Mädchenschwanden sowohl die Farbe als auchTheseus und die Stimme, dreimal strebte siedie Flucht an, und dreimal wurde sie durch Angst zurückgehalten. Sieerschreckte wie sterile Ähren, die der Wind bewegt, wie das leichteSchilfrohr, das im feuchten Sumpf zittert. Der sagte der Gott “Wohlan,für dich bin ich da, treuer der Sorge”; “Leg dir Angst ab,Mädchen von Cnossus, wirst die Ehefrau von Bacchus. Nimm den Himmel alsGeschenk: Am Himmel wirst du als Stern erblickt werden; Oft wirst du einzweifelndes Schiff alskretische Krone lenken.” So sprach er undhüpfte vom Wagen, damit jene nicht die Tiger fürchtet (der Sand wichdem aufgesetzten Fuß), mit der Brust schloss er sie ein, denn sie warnicht stark genug zu kämpfen, und er trug sie fort. Es ist leicht fürden Gott alles zu können. Ein Teil singt “Hymenaee”, ein Teilsingt “Euhion (Bacchus), euhoe”; So kommen auf heiligem Kissen Brautund Gott zusammen.

Das Gastmahl

Also, sobalddie Gaben des Bacchus für dich aufgestellt sind und eineFrau dein Speisesofa teilt, bete zum Nyctelischen Gott und die nächtlichenHeiligtümer, dass sie nicht befehlen, dass der Wein deinem Kopf schadet.Dort ziemt es sich für dich, vieles in geheimer Zeichensprache zu sagen,durch die sie spüren soll, dass es ihr gilt, leichte Schmeicheleien mitzartem Wein niederzuschreiben, damit sie auf dem Tisch lesen kann, dass siedeine Herrin ist, und auch, dass die Augen durch die Augen die Liebesgluterblicken: Oft hat eine schweigende Miene Worte und eine Stimme. Mach alserster, dass du denn Becher an dich reisst, der durch ihre Lippen berührtwurde, und trinke an einem Teil, an dem dein Mädchen getrunken hat; Und vonwelchem Essen auch immer sie mit ihren Fingern nahm, strebe auch du es an und,während du es anstrebst, sei dir ihre Hand berührt. Auch sei es denWunsch, dem Mann des Mädchens zu gefallen: Er wird nü

Ars Amatoria, 1. Buch

Einleitung


Wenn einer in diesem Volk die Kunst des Liebens nicht kennt,soll er dies lesen und - durch das Lesen desGedichts belehrt - lieben. Wiedurch Kunst werden die schnellen Schiffen mit dem Segel und dem Ruder bewegt,durch Kunst werden die leichten Wagen bewegt: Von Kunst wird auch Amor gelenkt.Automedon war auch mit lockeren Zügeln fähig für die Wagen,Typhus war der Kapitän auf dem Argonautenschiff: Venus stellte mich alsLehrer der zarten Kunst voraus. Ich möchte Tiphys und Automedon der Liebegenannt werden. Jener freilich, der mich oft bekämpft, ist wild. Aber erist ein Bub, sein Alter zart und fähig, gelenkt zu werden. Phillyridesvollendete Achill als Buben mit der Kithara und er zügelte seine wildeGesinnung mit gefälliger Kunst. Der, der so oft Bundesgenossen, so oftFeinde erschreckt hat, soll sich vor dem so altenMann sehr gefürchtethaben. Die Hände, die Hector spüren sollte, hat er auf Befehl desLehrers zu den befohlenen Schlägen gewährt. Chiron ist der Lehrer desAeaciden, ich bin der des Amor. Beide Buben sind wild, beide von Götterngeboren. Aber dennoch wird auch das Genick des Ochsen durch den Pflug beschwert,das Zaumzeug wird durch die Zähne des stolzen Pferdes zerscheuert: Auch mirwird Amor weichen, wenn er mich auch mit seinem Bogen verletzt, mag er auchseine geschwungenen Fackeln hin- und herschwingen. Je heftiger Amor michfesselt, je heftiger er mich entzündet, desto besser tauge ich alsRächer für die angetanen Wunden. Ich, oh Phoebus, möchte nichtlügen, dass mir die Künste von dir gegebenwurden, auch werde ichnicht von der Stimme eines in der Luft befindlichen Vogels gemahnt, nicht sindClio und die Schwestern der Clio für mich sichtbar, während ich, ohAscra, in deinen Tälern hüte. Der Gebrauch bewegt dieses Werk:Gehorcht dem kundigen Seher. Ich werde Wahres singen. Stehe mir, Mutter desAmor, bei den begonnenen Sachen bei! Bleibt weit weg, zarte Kopfbinden,Anzeichen der Schamhaftigkeit, und langer Besatz (an der Tunika, Anm.), der dudie Füße in der Mitte bedeckst: Wir werden über sicherenLiebesgenuss und gestatteten heimliche Liebesverhältnisse singen und inmeinem Gedicht wird kein einziges Verbrechen sein. Als erstes, bemühe dichzu finden, was du lieben willst, du, der du als Krieger zum ersten Mal denDienst antrittst. Als nächstes stellt sich die Aufgabe, das Mädchen,das dir gefällt, zu erweichen. Drittens, dass die Liebe lange andauert. Dasist das Ziel. Dieses Gebiet wird durch unsere Wägen eingekerbt. Das wirddas Ziel sein, das vom eilenden Rad gestreift werden muss.

WO sind Mädchen zu finden?

Solange es erlaubt ist und du mit lockeren Zügeln überall gehenkannst, wähle eine aus, der du sagst: “Du alleine gefällstmir.” Diese wird dir nicht durch die leichten Lüfteherabgefallen kommen; Deine Augen müssen das passendeMädchen suchen. Der Jäger weiss gut, wo er die Netze für dieHirsche spannt; er weiss gut, in welchem Tal der wütende Eber sich fürgewöhnlich aufhält; den Vogelfängern sind dieBüsche bekannt; Der die Angelhaken auswirft, weiss, welcheGewässer von vielen Fischen beschwommen werden: Auch Du, der du den Stofffür eine lang dauernde Liebe suchst, lerne zuerst, an welchem Ort einMädchen häufig ist. Nicht werde ich befehlen, dass der Suchende dieSegel dem Wind übergibt. Nicht musst du, um zu finden, einen langen Weg oftbetreten. Mag Perseus Andromeda von den schwarzen Inderholen, mag die Griechinvon dem phyrgischen Mann geraubt werden. So viele und so schöneMädchen wird Rom dir geben, so dass du sagst: “Es hat, wasauch immer es auf der Welt gab.” Wie viele Felder Gargara, wieviele Weinreben Methymna hat, wie viele Fische vom Meer, wie viele Vögelvom Laub verdeckt werden, wie viele Sterne der Himmel, so viele Mädchen hatdein Rom: Die Mutter hat sich in der Stadt ihres Aeneasniedergelassen. Sei es, dass du von den ersten und noch wachsenden Jahrengefangen wirst, wird das richtige Mädchen vor deine Augen kommen. Sei es,dass du eine junge begehrst, werden die tausend (junge) gefallen: Du wirstgezwungen, deinen Wunsch nicht zu kennen. Sei es, dass dich zufällig dasspätere und klügere Alter erfreut, wird auch, glaub mir, diese Scharziemlich groß sein.

Verschiedene Treffpunkte in Rom

Du spaziere nur langsam im Schatten der Pompeianischen Säulenhalle,wenn die Sonne an den Rücken des Herkulischen Löwen herankommt, oderwo die Mutter zu den Geschenken des Sohnes ihre Geschenke dazugab, ein Werkreich an auswärtigem Marmor. Auch darfst du nicht die mit alten Bilderngeschmückte Säulenhalle meiden, die den Namen ihres Urhebers, Livia,trägt, und in der die Beliden es wagen, den unglückseligen Vettern denTod zu bereiten, und der wilde Vater mit gezücktem Schwert dasteht. Auchsoll der Tag, an dem Adonis von Venus beweint wird, nicht an dirvorübergehen, und den vom syrischen Juden geheiligten und geehrten siebtenTag, nicht flüchte vor dem menphitischen Tempel der Kuh, die mit Leinenbekleidet ist (jene macht viele zu dem, was sie selbst für Jupiter war);Auch die Marktplätze passen für die Liebe– wer könnte dasglauben? -, und oft wurde auf dem wortreichen Marktplatz jemand seine Flammewiedergefunden. Wo beim Tempel der Venus, der aus Marmor ist, Appiasausgestoßenes Wasser in die Luft spritzt, an jenem Platz wird oft derGelehrte von Amor gefesselt, wer auch immer sich vor anderen hütete,hütet sich nicht vor sich selbst. An jenem Platz fehlen dem Redegewandtenoft seine eigenen Worten neue Sachen kommen, er muss seinen eigenen Prozessbehandeln. Diesen belächelt Venus von den Tempeln, die angrenzend sind;Der, der eben Herr war, begehrt nun, Höriger zu sein.

Das Theater

Aber du jage besonders in den runden Theatern: Diese Orte sind fruchtbarerals dein verwegenster Wunsch.
Dort wirst du finden, was du liebst, womit duspielen kannst, und was du einmal berührst, und was du halten willst. Wiedie Ameise häufig im langen Zug herumgeht, wobei sie mit demkörnertragenden Mund die gewohnte Speise schleift, oder wie Bienen , wennsie die geliebten Täler und duftenden Weideplätze erreicht haben, unddurch Blumen und hohen Thymian streifen, so strömt die Frau sehrherausgeputzt zu den wohlbesuchten Spielen; die Menge behinderte oft meinUrteil. Sie kommen, um zu sehen, sie kommen, um selbst gesehen zu werden. JenerOrt bringt einen Schaden für das saubere Schamgefühl mit sich. Alserster hast du die aufregenden Spiele gemacht, Romulus, als die geraubteSabinerin die ledigen Männer erfreuten. Weder hingen damals über demmarmornen Theater Sonnensegel, noch war die Bühne durch flüssigesKokosnussöl gerötet gewesen. Dort waren Laubbäume, die daswaldreiche Palatium hervorgebracht hatte, einfach Kunst aufgestellt, dieBühne war ohne Kunst. Das Volk saß auf aus Rasenstückengemachten Stufen, wobei irgendein Laubkranz die struppigen Haare bedeckte. Sieblickten zurück und jeder merkte sich mit den Augen das einzelneMädchen, das er will, und erwägen viel mitschweigender Brust. Undwährend ein tuskischer Flötenspieler eine einfache Melodie darbot, undein Tänzer den geebneten Boden ständig mit dem Fuß stampft, gabmitten im Beifall (damals entbehrte das Klatschen der Kunst) der König demVolk plötzlich die Zeichen zum Raub. Sofort sprangen sie auf, durchGeschrei ihre Absicht kundtuend, und sie betouchten die Jungfrauen mit gierigenHänden. Wie vor den Adlern die Tauben fliehen, die sehr erschreckte Schar,und wie beim Anblick der Wölfe das junge Schaf flieht, so fürchtetenjene die ohne Gesetz herbeistürzenden Männer; Es blieb inkeiner die Farbe, die ihr vorher war. Denn die Angst war eines, das Aussehen derFurcht nicht eines: Ein Teil raufte sich das Haar, der andere Teil saßfassungslos da; Eine schweigt traurig, eine andere ruft vergebens die Mutter;Diese klagt, diese staunt; Diese bleibt, jene flieht. Die geraubtenMädchen, die hochzeitliche Beute, werden weggeführt und die Angstselbst konnte viele schmücken. Wenn sich irgendeine zu sehr gewehrt hat undden Begleiter abgelehnt hatte, trug der Mann selbst die aufgehobene an dergierigen Brust und meinte so “Warum entstellst du die zarten Augen mitTränen? Was der Mutter der Vater ist”, sagte er, “werde ich dirsein.” Romulus, du allein verstandest es, den SoldatenVergünstigungen zu geben: Auch ich werde Soldat, wenn du mir solcheangenehmen Dinge gewährst. Freilich bleiben seit dieser geheiligten Sittedie traurigen Theater gefährlich für die schönenMädchen.

Zirkus und Arena

Der Wettstreit der edlen Pferde soll nicht an dir vorbeigehen. Der Zirkus,der viel Volk fasst, hat viele Vorteile. Keineswegs brauchtman die Finger,durch die du Geheimnisse mitteilst, und nicht musst du die Nachricht durch einKopfnicken bemerken: Ganz nah setz dich zur Herrin, ohne dass dich einer daranhindert; verbinde deine Seite ununterbrochen ihrer Seite, wie du es vermagst.Und gut ist es, dass die Linie zwingt, verbunden zu werden, solltest du nichtwollen, und dass du durch das Gesetz des Platzes das Mädchen berührenmusst. Hier soll von dir der Anfang eines verbindenden Gesprächs gesuchtwerden, und die Worte des Publikums sollen die ersten Äusserungenermöglichen. Mach, dass du eifrig suchst, wessen Pferde kommen, undzögere nicht, wer immer es sein wird, den jene unterstützt, zubegünstigen. Aber wenn der Festzug häufig mit elfenbeinernenGötterbildern gehen wird, klatsche du der Herrin Venus mitbegünstigender Hand. Und wenn es geschieht, dass auf den Schoß desMädchens zufällig ein Staubkorn gefallen ist, muss es mit den Fingernweggeschüttelt werden. Und wenn es kein Staubkorn geben wird, putze dennochdas gar nicht vorhandene weg: Jeglicher Grund soll für deine Pflichtgeeignet sein. Wenn der Umhang allzu sehr herabgeglitten auf dem Boden liegenwird, raffe ihn auf, und hebe ihn eifrig - schmutzig vom Boden - herauf.Sofort, der Preis der Mühe, werden deine Augen den Anblick der Beinegenießen, wobei das Mädchen es dulden wird. Schaueausserdem zurück, wer auch immer hinter euch sitzt, dass er nicht mit dementgegengestellten Knie den weichen Rücken drückt. Kleinigkeitenfassen leichte Gemüter. Es war vielen nützlich, mit leichter Hand denPolster gerichtet zu haben. Ebenfalls war es nützlich, mit einem zartenFächer Luft zugefächelt zu haben und unter denzarten Fuß einengeschwungenen Schemel gegeben zu haben. Diese Zugänge für neue Liebebieten der Zirkus und die tränenbringende Arena auf dem besorgten Forum. Indieser Arena kämpfte oft der Sohn der Venus, und der, der die Wundenbetrachtete, hat nun selbst eine Wunde: Während er sprach und die Handberührte und das Büchlein verlangte und fragte, nachdem er denWettbetrag erbracht hatte, wer gewinnen würde, seufzte er verwundet,spürte das schnelle Geschoß und war selbst ein Teil des Spiels, daser betrachtete.

Gespielte Seeschlachten und Triumphzug

Was war, als Caesar bei der Vorführung der Seeschlacht Persische undAthenische Schiffe einführte? Doch kamen von beiden Meeren jungeMänner, von beiden Meeren Mädchen, und in Rom was die riesige Welt.Wer fand in dieser Schar nichts, was er lieben hätten können? Ja, wieviele quälte die fremde Liebe! Siehe, Caesar bereitet sich vorhinzuzufügen,, was für die Herrschaft über die Welt fehlte. Bald,äusserster Orient, wirst du uns gehören. Parther, bestraft wirst duwerden. Freut euch, Begrabene des Crassus, und Zeichen, die Barbarenhändenicht sehr geduldet haben. Der Rächerist hier und lässt denFührer in seinen ersten Jahren bekennen und betreibt als Bub, obwohl esnicht die Sache eines Buben ist, Kriegshandlungen. Zählt nichtängstlich die Geburten der Götter. Den Kaisern wird der Mut vor demTodestag zuteil. Schnellerer erhebt sich der himmlische Geist als dasgesetzliche Alter und erträgt schlecht das Übel der faulenVerzögerung. Jupiter war klein und zerquetschte mit seinen Händen zweiSchlangen, und schon im der Wiege Jupiters würdig. Und wie klein warst duBacchus, der du auch heute ein Bub bist, als sich das besiegte Indien vor deinenThyrserstäben fürchtete. Glücklich und im Alter deines Vaters,Bub, wirst du die Waffen bewegen, vom Alter und Glück wie dein Vater. Unterso einem großen Namen schuldest du einen solchen Anfang, nun der Ersteunter den Jungen, dann der der Alten. Wenn du Brüder hast, räche diegekränkten Brüder, wenn du einen Vater hast, so beschütze dasRechts desVaters. Die Waffen hat dir dein Erzeuger und der des Vaterlandesangelegt. Der Feind raubt gegen den Willen des Vaters das Königreich. Duwirst heilige Waffen tragen, jener verbrecherische Pfeile. Für dein Zeichenwird Recht und Pflichtbewusstseinstehen. Im Prozess werden die Parther besiegt,so sollen sie auch mit Waffen besiegt werden: Möge mein Führer dieMacht des Orients Latium übergeben. Vater Mars und Vater Caesar, gebt demGehenden göttlichen Segen: Denn der eine von euchist ein Gott, der anderewird es sein. Du wirst gewinnen, ich prophezeie es, und durch meine Gedichtewerde ich die Schwüre einlösen, und mit lauter Stimme werde ich dichbesingen müssen. Du wirst feststehen und den Kriegstrupp durch meine Worteauffordern (oh mögen meine Worte nicht deiner Seele fehlen). Ich werdesagen, wie die Parther Rücken an Rücken und die Römer Brust anBrust gingen und die Spieße, die der Feind vom abgewandten Pferdschießt. Parther, der dufliehst um zu siegen, was bleibt dir übrig,der du besiegt bist? Parther, nun schon hat dein Mars ein übles Vorzeichen.Als wird dieser Tag sein, an dem du, Schönster aller Sachen, mit vierschneeweißen Pferden in Gold gehüllt kommen wirst. Davor werdenFührer gehen, den Hals beschwert mit Ketten, damit sie nicht, wiefrüher, durch die Flucht sicher sein können. Froh werden jungeMänner und gemischte Mädchen zuschauen, und dieser Tag wird allen dieSeelen erheitern. Und wenn jemand eine von denen nach den Namen der Königefragt, welche Orte, Berge und Gewässer mitgetragen werden, beantwortealles, nicht nur wenn irgendeine fragte. Und was du nicht weißt, bringvor, als ob es dir gut bekannt wäre: Das ist der Euphrat, die Vorderseitemit Schilf gekrönt; Dem die Haare bläulich hinunterhängen, wirdder Tigris sein; Diese halte für Armenier, das ist das Persien von Danae;Jene Stadt war in achaemeniuschen Tälern; Jener oderjener sindFührer, und waren es, und die, die du nennst, werden, wenn du kannst, wahrsein, wenn du weniger gut kannst, dennoch passend sein.
DasGastmahl
Auch die Gastmähler mit aufgestellten Tischen geben Gelegenheit; esgibt außer den Weinen etwas, was du dort anstrebst. Oft hat dort derpurpurfarbene Amor mit zarten Armen die herangezogenen Hörner des Bacchusgedrückt, und wenn die Weine die durstigen Flügel des Cupido gesprengthatte, so blieb er stehen und stand schwerfällig auf dem eingenommenenPlatz. Jener freilich schüttelt die feuchten Federn schnell, aber dennochschadet es, die Brust durch Amor bespritzen zu lassen. Die Weine bereiten dieStimmung und macht sie für Liebesglut passend; Die Sorge flieht und wirdmit viel Wein weggewaschen. Dann kommt das Lachen, dann nimmt der ArmeHörner an, dann gehen der Schmerz und die Sorgen sowie die Falten von derStirn. Dann öffnet die Einfachheit die Sinne, was sehr selten in unseremJahrhundert passiert, weil der Gott die Künste vertreibt. Dortraubten oft die Mädchen die Herzen der jungen Männer und die Venus warim Wein wie Feuer im Feuer. Hier glaube nicht zu sehr der trügerischenLampe: Dem Urteil über die Form schaden die Nacht und der Wein. Im Lichtbetrachtete Paris die Göttinnen und bei offenem Himmel, als er zu Venussagte: “Du besiegst jede von beiden, Venus.” In der Nachtsind die Fehler verborgen und jeder Mangel wird verziehen, und jene Stunde machtjede Beliebige schön. Befrage über Edelsteine, über mit Purpurgefärbte Wolle, über Aussehen und Körper den (/bei)Tag.

Treffpunkte ausserhalb Roms

Was könnte ich dir noch für Versammlungsorte vonFrauen, diefür die Jagd geeignet sind, aufzählen? Der Sand wird meiner Zahlweichen. Was soll ich noch Baiae berichten, die Strände, die Baiae umgebenund das Wasser, das durch warmen Schwefel raucht? Einer, der von hier eine Wundeim Herz zurückbrachte, meinte: “Nicht so gesund, wie man berichtet,ist dieses Wasser.” Siehe, da ist der Dianatempel im Wald vor der Stadtund die Königswürde, mit schadender Hand durch die Schwerte gewonnen;jene, mag sie eine Jungfrau sein, mag sie die Pfeile Cupidos hassen, gab demVolk doch viele Wunden, und viele wird sie noch geben.

Wie erobert man Mädchen?

Bis hier macht dir Thalia, die auf ungleichen Rädern (wg.Elegischem Distichon) fährt, Vorschriften, von wo du suchen sollst, wasdu lieben könntest wo du Netze aufstellen sollst. Jetzt beabsichtige ich,dir zu sagen, mit welchen Kunstgriffen die, die dir gefiel, gefangen werdenmuss, was weichere Kunstgriffe erfordert. Wer auch immer und wo, Männer,ihr seid, merkt euch mit aufmerksamem Geist, und als begünstigendes Volkseid für meine Verheissungen da.
Selbstvertrauen
Zuerst möge die Zuversicht in deinen Geist kommen, dass alleeingenommen werden können: Du wirst sie fangen, du spanne nur deine Netzeaus. Eher mögen die Vögel im Frühjahr schweigen, eher die Zikadenim Sommer, eher kann der maenalische Hund vor dem Hasen davon laufen, als dasseine Frau einen jungen Mann zurückweist, nachdem erSchmeicheleien gewagthat. Auch die wird wollen, von der du glaubst, dass sie gar nicht will. Und wiewillkommen die heimliche Venus einem Mann ist, so sehr ist sie es demMädchen. Der Mann verbirgt sie schlecht, jene begehrt sie besser versteckt.Solltees den Männern passen, dass wir keine vorher fragen, wird dir Frauschon geschlagen die Rolle der Bittenden spielen. Auf den weichen Wiesen muhtdem Stier die Kuh zu, immer wiehert die Stute dem behuften Pferd zu. WenigerLust haben wir und eine nichtso wilde. Die Glut des Mannes hat einegesetzmäßige Grenze. Was soll ich Byblis erwähnen, die inabgewehrter Liebe zum Bruder brannte und für ihr Verbrechen sich tapfer mitdem Strang gerächt hat? Myrrha (in Baum verwandelt worden)liebteihren Vater, aber nicht, wie eine Tochter es sollte, und nun ist sie vonRindern, die sie beengen, verborgen. Durch die Tränen jener, die derduftende Baum ausgießt, salben wir uns, und der Tropfen trägt denNamen der Herrin. Es gab einen schneeweißen Stier (Zeus verwandeltesich manchmal in Stier) in den schattigen Tälern am Fuß derwaldigen Ida (Geburtsort von Zeus), der Ruhm der Herde, der in der Mittezwischen den Hörnern schwarz gekennzeichnet war. Es gab einen einzigenFleck, das Übrige war weiß wie Milch. Jenen erwünschten dieKühe von Cnossus und Cydonae auf ihrem Rücken zu tragen. Pasiphae(Frau von König Minos von Kreta, Mutter von Minotauros; halb Mensch,halb Stier, in Labyrinth)freute sich, die ehebrecherische Geliebte fürden Stier zu werden. Gehässig hasste jene die schönen Rinder. Ichsinge von Bekanntem; Das kann Kreta, das hundert Städte trägt, nichtleugnen, auch wenn es lügnerisch ist. Selbst sollte sie dem Stier frischesLaub und ganz zartes Gras mit ungeübter Hand geschnitten haben. Siebegleitet die Zugtiere, und nicht hält sie, die gehen will, dieRücksicht zu ihrem Gatten zurück. Minos wurde von einem Rindgeschlagen. Was,Pasiphae, nützt es dir, kostbare Gewänder zu tragen?Jener dein Ehebrecher hat keinen Sinn für Kostbarkeiten. Was nütztdir, wenn du zum Vieh auf die Bergweide eilst, der Spiegel? Was ordnest du sooft, Törichte, deine Haare? Dennochglaube dem Spiegel, der dir verneint,eine Kuh zu sein: Wie würdest du wünschen, dass an deiner StirnHörner wachsen! Sei es, dass dir Minos gefällt, dann suche keinenEhebrecher; sei es, dass du lieber einen Mann täuschen willst, danntäusche ihn mit einem Mann. Nachdem die Königin ihr Gemach verlassenhatte, stürzt sie sich in Wälder und Berge wie eine Bacchantin, dievom aonischen Gott besessen ist. Ach, wie oft sah sie eine Kuh mit ungleichemBlick und sagte: “Warum gefällt jene nur meinem Herren?” Schau,wie sie vor ihm selbst im zarten Gras herumspringt. Nicht zweifle ich, dass siemeint, als Dumme schön zu sein. So sprach sie und ließ sofort aus derriesigen Herde wegführen, befahl, sie unverdienter Weise unter das krummeJoch zu ziehen, oder zwang sie vor Altären als Opfer gedacht zu tötenund hielt die Eingeweide der Geliebten in der vergnügten Hand. Wie oftbefriedete sie Gottheiten durch die Ermordung von Rivalinnen und sprach,während sie die Eingeweide hielt, “Geht und gefallt demMeinen”, und bald wünschte sie, Europa (auf Stier entführtworden) zu werden, bald Io, weil die eine eine Kuh ist, die von einem Rindgeführt wurde. Dennocherfüllte sie der Führer der Herde,getäuscht durch eine Kuh aus Ahornholz, und durch Nachkommenschaft wurdeder Urheber enthüllt. Wenn sich die Kreterin (Aerope) der Liebe zuThyestenes (Schwager; aß eigene Kinder, die er vom Mann der Aeropevorgesetzt bekam) enthalten hätte (und wieviel ist es, einen Mannentbehren zu können!), hätte Phoebus die Reise nicht in der Mitteabgebrochen, und er wäre nicht mit den Pferden, nachdem der Wagen umgekehrtwar, zurück zu Aurora gefahren. Nisus (belagerte Minos) stahlseine Tochter (liebte Minos, nahm deshalb die Zauberhaare weg) diepurpurfarbenen Haare, ihren Unterleib umgeben rasende Hunde. Atridus(Agammemnon), der dem Mars auf dem Land und der Neptun (Irrfahrten)auf dem Meer entfloh, war das grässliche Opfer seiner Frau(Clytaemnestra, erschlug mit Ehemann Agammemnon, der vom Kriegzurückkam, Orest und Elektra (Kind), brachte Mutter um). Wem wurdenicht unter Tränen erzählt über die Verbrennung (in Giftgetränktes Kleid angezogen) der ephyraeischen Creusa und über dievom Tod der Kinder blutverschmierte Mutter? Phoenix (Stiefsohn der Phaedra,die sich in A. und H. verliebte, darauf tötete Agammemnon P. und H.),der Sohn Amyntors, weinte durch leere Augen; die rasenden Pferde zerrissenHippolytus. Was, Phineus, stichst du deinen unschuldigen Söhnen dieSchwellen aus? Die Strafe wird sich auf deinen eigenen Kopf wenden. Das alleswurde durch weibliche Lust bewirkt; Heftiger als die Unsrigeist sie und wilder.Also gemma, zögere nicht, alle Frauen zu erhoffen: Kaum wird unter vieleneine einzige sein, die dich abweist. Die, die geben, welche auch immer abweisen,freuten sich dennoch, gefragt worden zu sein: Wenn du schon enttäuschtwirst, ist deine Zurückweisung (doch) sicher. Aber warum sollst dugetäuscht werden, wenn neue Lust willkommen ist und mehr fremde Dinge dieSeelen einnehmen als eigene? Immer ist die Saat auf fremden Äckernfruchtbarer und das benachbarte Kleinvieh hat größere Fruchtbarkeit.
Vom Umgangmit der Dienerin
Doch vorher möge es deine Sorge sein, die Magd des Mädchens, dasdu fangen möchtest, kennenzulernen. Jene wird dir den Zugang erleichtern.Schau, dass jene die nächste Beraterin deiner Herrin ist und eine nicht zuwenig treue Mitwisserin für verschwiegene Witze. Diese bestich durchVersprechungen, diese bestich mit Bitten: Was du anstrebst wirst du, wenn jenees nur will, leicht bekommen. Jene wird die Zeit aussuchen (auch Medizinerbeachten die Zeit), zu der der Geist der Herrin leicht ist und geeignet, erobertzu werden. Der Geist wird bereit sein, erobert zu werden, wenn er sichäusserst erfreut entfaltet wie die Saat auf fettem Boden. Die Herzen sindselbst offen, während sie sich freuen und durch keinen Schmerz betrübtsind. Dann kommt Venus durch schmeichelnde Kunst zu Hilfe. Damals wurde Troia,als es traurig war, mit Waffengewalt verteidigt. Als es fröhlich war nahmes ein Pferd auf, das schwer war durch die (Last der) Soldaten. Auch dann mussman sie verführen, wenn sie durch eine Rivalin verletzt betrübt ist.Dann wirst du dir Mühe geben, dass sie nicht ungerächt bleibt.Möge sie die Dienerin, wenn sie frühmorgens ihr Haar kämmt,aufhetzen, und wie ein Segel dem Ruder helfen und mit sich leise murmelndsprechen: “Aber, so meine ich, nicht konntest du selbst ihm mit barerMünze zurückzahlen.” Dann möge sie von dir sprechen, dannmöge sie überzeugende Worte hinzufügen und schwören, dass duumkommst durch krankhafte Liebe. Aber eile, damit die Segel nicht fallen unddie Winde nachlassen. Die Wut schmilzt wie das zerbrechliche Eis mit der Zeit.Du fragst, ob es auch nützt, die Magd selbst zu verführen? Indem dudir solches erlaubst, gibt es ein großes Risiko. Die eine wird durch denLiebesgenuss eifriger, die andere müßiger. Die eine bereitet dich alsGeschenk für ihre Herrin, jene für sich selbst. Im Ausgang ist derZufall: Mag dieser dem Gewagten auch günstig sein, rate ich dir dennoch,dich zu enthalten. Ich möchte nicht über abschüssiges Gebirgemarschieren und über spitze Berggipfel, und kein junger Mann wird durchmeine Führung gefangen werden. Wenn aber jene dennoch dir gefällt,während sie Briefchen übergibt und annimmt, durch die Gestalt, nichtnur durch ihren Eifer, bemächtige dich zuerst der Herrin, jene soll alsBegleiterin folgen. Nicht darfst du die Liebe mit der Magd zuerst beginnen. Daseine mahne ich dich, wenn der Kunst irgend etwas geglaubt werden kann und wennder stürmische Wind nicht meine Worte über das Meer treibt. Entwederdu wagst es nicht oder stell es fertig: Die Anklage wird aufgehoben, wenn sieselbst einmal in einen Teil des Verbrechens kommt. Es ist nicht nützlich,wenn ein Vogel mit Leim an den Flügeln entflieht, es ist nicht gut, wennein Eber aus dem weitmaschigen Netz rauskommt. Der Fisch, der vom Haken verletztist, möge hängen bleiben: Wenn du sie verführt hast, bleibstandhaft und weich nicht von der Stelle, außer als Sieger. Aber es sollgut gehütet bleiben: Wenn dein Spion gut gehütet wird, wird dir immerdie Nachricht deiner Freundin helfen.

Die Wahl des Zeitpunktes

Der, der meint, dass nur fleißige Bauern und Seeleute auf denrichtigen Zeitpunkt achten müssen, täuscht sich. Nicht immer darf mandie Saat der Ceres den täuschenden Äckern anvertrauen, nicht immer dashohle Schiff dem grünen Wasser, auch ist es nicht immer sicher, zartenMädchen zu angeln. Oft wird dasselbe besser gelingen, nachdem Zeit gegebenwurde. Wenn der Geburtstag oder die Kalenden nahesind, (die Kalenden,) dieVenus befiehlt, auf den Mars folgen zu lassen, sei es, dass der Zirkus nicht,wie er es vorher war, mit Figürchen geschmückt ist, sondern dieReichtümer der Könige ausstellt, dann verschiebe das Werk. Dannherrscht trauriger Winter, dann drohen die Pliaden, dann taucht das Sternbilddes zarten Haedus ins Meer. Dann ist es gut, abzulassen; Wenn sich irgendwerdann dem Meer anvertraut, hielt kaum die Wrackteile des zerschmetterten Schiffs.Dann darfst du anfangen, andem Tag, an dem traurig die Allia von den Wunden derLatiner blutig war, oder an dem geschäftsfreien (für Geschäfteweniger geeigneten) siebenten Festtag, den der palästinensische Syrer zufeiern pflegt. Am allermeisten ungewiss aber seidir der Geburtstag der Freundin– jener Tag sei für dich ein Schwarzer, an dem man etwas schenkenmuss.

Geschenke und Liebesbriefe

Wenn du gut gemieden hast, wird sie dennoch (etwas) davontragen. Die Fraufindet eine Kunst, durch die sie die Mittel eines Liebhabers ruft. Zurkauflustigen Herrin wird ein leicht begürteter Kaufmann kommen, und erwird, während du sitzt, seine Waren hervorholen. Jene wird bitten, dass dudiese begutachtest, dass du zu verstehen scheinst. Sie wird dir Küssegeben, dann wird die dich bitten, dass du kaufst. Sie wird schwören, damitauf Jahre hinaus zufrieden zu sein; nun müsse sie es haben, nun, wird siesagen, sei es gut, gekauft zu werden. Wenn du vortäuschen wirst,kein Geldzu haben um zu bezahlen, werden Schuldbriefe gefordert, und du wirst bereuen,schreiben zu können. Was, wenn sie durch einen angeblichenGeburtstagskuchen Geschenke fordert und jedesmal Geburtstag feiert, wenn sieetwas braucht? Was, wenn sie sehr traurig über einen erlogenen Schadentrauert und erdichtet, dass ihr ein Edelstein vom Ohr gefallen ist? Vieleserbitten sie, weil sie es brauchen, aber wollen das Gegebene nichtzurückgeben. Du gehst zugrunde, und für deinen Schaden gibtes keinDankeschön. Nicht wären mir, damit ich die gottlosen Künste derDirnen verfolge, zehn Münder mit genauso vielen Zungen genug. Ingeglättete Tafeln eingegossenes Wachs möge die unbekanntenGewässer wagen, eine Wachstafel soll als Mitwisserin deines Geistesvorangehen. Sie möge deine Schmeicheleien und nachgemachten Worte der Liebeübertragen, und wer auch immer du bist, füge nicht wenige Bittenhinzu. Auf die Bitte hin schenkt Achill (hatte Hektor getötet)Priamus (Vater von Hektor, König von Troja) den LeichnamHektors, der zornige Gott wird durch eine bittende Stimme überredet.Versprich recht viel, denn was schadet es, zu versprechen? Reich an Versprechenkann jeder beliebige sein. Wenn sie einmal geglaubt wird, hält Hoffnungfür lange Zeit. Jene ist zwar eine trügerische Göttin, aberdennoch eine geeignete. Wenn du etwas gegeben hast, kannst du durch Vernunftverlassen werden. Sie wird das Erhaltene mitnehmen, und nichts wird sie verlorenhaben. Aber was du nicht gegeben hast, soll immer so erscheinen, als ob du esgeben willst. So täuschte ein unfruchtbarer Acker oft seinen Herren. So,damit er nicht verliert, hört der Spieler nie auf zu verlieren, und oftruft der Würfel die gierigen Händen zurück. Das ist nötig,das ist eine Aufgabe, ohne erstes Geschenk verbunden zu werden. Damit sie nichtumsonst gegeben hat, was sie gibt, wird sie es wie immer geben. So mögedann ein Brief kommen, mit schmeichelnden Worten aufbereitet, und es mögeihre Sinneshaltung erforschen und als erster den Weg wagen: Briefe, die aufeinem Apfel zu ihr kamen, täuschten Kydippe (Accontius liebte sie,schrieb Schwur auf Apfel, den sie aß), und unwissentlich wurde dasMädchen durch ihre Worte besiegt. Erlerne die guten Künste, ich mahnedich, römische Jugend, nicht nur, um verängstigte Angeklagte zuschützen: Wie das Volk, der strenge Richter und der belesene Senat, so wirdauch das Mädchen, durch Beredsamkeit besiegt, sich ergeben. Aber deineKräfte mögen sich verstecken, damit du nicht verlassen bist auf derStirn, es mögen deine Stimmen entfliehen vor weichen Worte. Wer, wenn nichtein von seinem Verstand verlassener, deklariert für die zärtlicheFreundin? Oft war geschriebenes ein starker Grund für Hass. DeinGespräch sei glaubhaft, deine Worte vertraut, dennoch (auch) schmeichelnd,damit du anwesend zu sprechen scheinst. Wenn sie nicht das Geschriebene annimmtund es ungelesen zurückschickt, dann erhoffe, dass sie es lesen wird undhalte dich an das Vorgenommene. Mit der Zeit kommen schwierige Jungstiere zu denPflügen, mit der Zeit lernen Pferde, die weichen Zügel zu erdulden.Durch heftige Verwendung wird der eiserne Ring durchgewetzt, die krummePflugschar geht durch den Kampf mit der Scholle zugrunde. Was ist härterals Gestein, was ist weicher als Wasser? Dennoch werden harte Steine durchweiches Wasser ausgehöhlt. Selbst Penelope wirst du mit der Zeit –bleib nur hart – besiegen. Du siehst, dass Pergamus spät, aberdennoch fiel. Sie laß es und will nicht zurückschreiben, dann zwingesie nicht. Du mach nur, dass sie von dir Schmeicheleien liest. Die, diewollte,gelesen zu haben, wird auch auf das Gelesene zurückschreiben wollen. Miteiner Anzahl kommen diese Dinge und in ihrem Grad. Vielleicht kommen auch zuersttraurige Briefe die bitten, dass du sie nicht beunruhigen sollst. Siefürchtet, was jene erbittet. Was sie nicht bittet, das erhofft sie,nämlich dass du nicht ablässt. Lass nicht ab, und deine Wünschewerden in Erfüllung gehen.

Sonstige Annäherungsversuche

Inzwischen, wenn jene auf einem Polster herumgetragen wird, dann trittunauffällig zur Sänfte deiner Herrin; und damit niemand die gehasstenOhren den Worte entgegenbringt, verbirg sie so gut es geht mit schlauen Zeichen.Sei es, dass sie unbeschäftigt in der weitläufigen Säulenhallespaziert, dann verbinde auch du dort die gemeinsamen Zeiten, und geh einmalvoraus, dann folge ihrem Rücken, und einmal eile und geh einmal langsam. Esbereite dir auch kein Schamgefühl, an einigen in der Mitte liegendenSäulen vorbeizugehen oder an ihrer Seite zu folgen. Nicht soll sie ohnedich wohlgestaltet im kurvigen Theater sitzen. Was du erblicken willst, wirdjene auf ihren Schultern herantragen. Auf jene wirst du zurückschauendürfen, du wirst jene bewundern dürfen, sprich viel mit denAugenbrauen und viel mit Zeichen. Und du sollst applaudieren, wenn ein Mimeirgendein Mädchen umhupft, und du sollst jenen begünstigen, wer auchimmer liebend dargestellt wird. Wenn sie aufsteht, wirst auchdu aufstehen;Solange jene sitzt, wirst du sitzen: Verliere deine Zeit nach der Lust deinerHerrin.

Männliche Schönheitspflege

Aber nicht soll es dir gefallen, mit dem Eisen die Haare zu drehen, undreibe nicht mit rauhemStein die Schenkel glatt. Das befiehl denen zu machen,derer cybelische Mutter mit phyrgischen Melodien angeheult besungen wird. DenMännern passt eine vernachlässigtes Aussehen. Theseus, der keineHaarnadel an der Schläfe trug, riss Minoida(Tochter des Minos) hin.Phaedra liebte Hippolytus, und der war nicht sehr kultiviert. Der Göttinwar Adonis, der passend für den Wald war, zur Sorge. Durch Zierlichkeitmögen die Körper gefallen, sie mögen auf dem Marsfeld braunwerden. Gut soll die Toga passen und (zwar) ohne Flecken. Die Zunge stehe nichtvor; die Zähne sollen des Belages entbehren; nicht schwimme der Fußlax in weitem Leder. Nicht soll deine Frisur die Haare zu Stacheln deformieren:Das Haar und der Bart sollen von gelehrter Hand geschnitten sein. Und nichtsollen die Nägel hervorstehen und sauber sollen sie sein, und aus deinenNasenlöchern soll kein einzelnes Haar hervorstehen. Nicht soll der Herr desschlecht riechenden Mundes eklig sein, und nicht soll der stinkende Bock, derHerr der Ziegenherde, unter der Achsel hausen. Das übrige sollen dieleichten Mädchen machen und einer, wenn er als schlechter Mann einen Mannzu haben sucht.

Bacchus und Ariadne

Siehe, Bacchus ruft seinen Seher: Auch dieser hilft den Liebenden undbegünstigt die Flamme, die ihn selbst wärmt. Das Mädchen vonCnossus (Ariadne) irrte kopflos an unbekannten Stränden herum, wo diekleine Insel Dia vom Wasser des Meeres geschlagen wird; Und wie sie aus demSchlaf erwacht war, in gürtelloser Tunika, mit nacktem Fuß, dieblonden Haare nicht aufgebunden, rief sie “Grausamer Theseus!” zuden tauben Wogen, und mit einem unwürdigen Regen benetzte sie die zartenWangen. Sie schrie und weinte zugleich, aber beides ziemte sich; Nicht wurdejene durch ihre Tränen schändlicher gemacht. Und wieder schlug sie mitihren Händen an die ganz weiche Brust und sagte “Jener unredliche istweggegangen: Waswird mit mir geschehen?” “Was wird mit mirpassieren?”, sagte sie. Es tönten Cymbeln am ganzen Strand und Paukenwurden von gottbegeisterter Hand geschlagen. Durch Angst wurde jenebesinnungslos und die letzten Wörter brach sie ab. Es war kein Blut mehr imreglosen Körper. Siehe, die Mimalloniden, die zerstreutes Haar auf demRücken haben, sieh, die leichten Satyrn, die Vorhut des Gottes. Siehe, deralte, liebestrunkene Silen, der kaum auf dem hängenden Esel sitzt undsichkunstvoll an der Mähne festhält. Während er den Bacchantinnenfolgt, fliehen die Bacchantinnen und greifen ihn an, während der schlechteRitter dem Vierbeiner mit seiner Gerte hart zusetzt, verlor er das Gleichgewichtund fiel vom Esel auf den Kopf. Die Satyren Schrien “Steh auf, komm, stehauf, Vater.” Schon gab der Gott auf dem Wagen, den er oben mit Weinlaubgedeckt hatte, den vorgespannten Tigern die goldene Zügel. Dem Mädchenschwanden sowohl die Farbe als auchTheseus und die Stimme, dreimal strebte siedie Flucht an, und dreimal wurde sie durch Angst zurückgehalten. Sieerschreckte wie sterile Ähren, die der Wind bewegt, wie das leichteSchilfrohr, das im feuchten Sumpf zittert. Der sagte der Gott “Wohlan,für dich bin ich da, treuer der Sorge”; “Leg dir Angst ab,Mädchen von Cnossus, wirst die Ehefrau von Bacchus. Nimm den Himmel alsGeschenk: Am Himmel wirst du als Stern erblickt werden; Oft wirst du einzweifelndes Schiff alskretische Krone lenken.” So sprach er undhüpfte vom Wagen, damit jene nicht die Tiger fürchtet (der Sand wichdem aufgesetzten Fuß), mit der Brust schloss er sie ein, denn sie warnicht stark genug zu kämpfen, und er trug sie fort. Es ist leicht fürden Gott alles zu können. Ein Teil singt “Hymenaee”, ein Teilsingt “Euhion (Bacchus), euhoe”; So kommen auf heiligem Kissen Brautund Gott zusammen.

Das Gastmahl

Also, sobalddie Gaben des Bacchus für dich aufgestellt sind und eineFrau dein Speisesofa teilt, bete zum Nyctelischen Gott und die nächtlichenHeiligtümer, dass sie nicht befehlen, dass der Wein deinem Kopf schadet.Dort ziemt es sich für dich, vieles in geheimer Zeichensprache zu sagen,durch die sie spüren soll, dass es ihr gilt, leichte Schmeicheleien mitzartem Wein niederzuschreiben, damit sie auf dem Tisch lesen kann, dass siedeine Herrin ist, und auch, dass die Augen durch die Augen die Liebesgluterblicken: Oft hat eine schweigende Miene Worte und eine Stimme. Mach alserster, dass du denn Becher an dich reisst, der durch ihre Lippen berührtwurde, und trinke an einem Teil, an dem dein Mädchen getrunken hat; Und vonwelchem Essen auch immer sie mit ihren Fingern nahm, strebe auch du es an und,während du es anstrebst, sei dir ihre Hand berührt. Auch sei es denWunsch, dem Mann des Mädchens zu gefallen: Er wird nützlicher füreuch sein, wenn er zum Freund gemacht wurde. Wenn du durch das Los trinkst, lassihm das Los, früher zu trinken, ihm soll die für dein Haupt bestimmteKrone überreicht werden. Wenn er unterwürfig oder gleichgestellt ist,soll er als erster alles nehmen, und zögere nicht, nach seinen Worten zureden. Sicher und häufig gebraucht ist der Weg, durch den Namen desFreundes zu täuschen; Zieme sich dieser Weg auch als sicher und häufigangewendet, so beinhaltet er doch ein Verbrechen. [Daher verwaltet derProkurator oft zu viel und meint, er müsse mehr beobachten, was ihmanvertraut wurde.] Ein sicheres Maß des Trinkens wird dir von uns gegebenwerden: Füße und Verstand sollen ihren Dienst noch erfüllenkönnen. Hüte dich vor Schimpfreden, zu denen vor allem der Weinverleitet, und vor zu leicht entstehenden Handgreiflichkeiten. Eurytion starb,nachdem er den Wein, dem man ihm zu trinken gegeben hatte, getrunken hatte.Passender zum Essen und Wein ist leichter Humor. Wenn du Stimme besitzt, sosinge. Wenn du weiche Arme hast, dann spring herum. Und gefalle durch das, durchwas auch immer du gefallen kannst. Wie echter Rausch schadet, so wird dochvorgetäuschter helfen: Mach, dass die Zunge mit lallenden Worten haspeltdamit von dem, was auch immer du zu keck sagst und tust, geglaubt wird, dass derGrund dafür allzuviel Wein war. Und gut sag zu der Herrin, gut, mit demjene schläft. Aber stillen Geistes wünsche dem Mann Übel an denHals.

Überredung und Schmeichelei

Aber wenn die Gäste nach der Beendigung des Essens weggehen, gibt dirdie Schar selbst Platz und Zugang. Du misch dich unter die Schar und streifeleicht eine Vorbeigehende, und du sollst sie mit den Fingern an der Seiteberühren und mit dem Fuß ihren Fuß berühren wollen. Schonist die Zeit für ein Gespräch gekommen; Schamgefühl, flieh weitweg von hier! Dem Mutigen helfen Fortuna und Venus. Nicht soll deineBeredsamkeit unter unsere Gesetzekommen; mach nur, dass du begehrst, vonalleine wirst du beredet sein; Du musst einen Verliebten spielen und mit Wortenseine Wunden imitieren; Das muss von dir mit Kunst und Treue versucht werden. Esbereitet keine Mühe, glaubhaft zu wirken: Jede erscheint sich selbst alsliebenswürdig; Wenn sie auch die schlechteste ist, keiner gefällt ihreGestalt nicht. Oft hat dennoch ein Simulant wirklich zu lieben begonnen; oft wareiner, was er am Anfang vorgetäuscht hatte. (oh einfache Mädchen,gehört um so mehr denen, die Lieben vortäuschen: Es wird wahre Liebeentstehen aus der, die eben noch falsch war.) Nun sei es deine Aufgabe, dass duihr Herz heimlich durch Schmeicheleien eroberst, wie flüssiges Wasser einhängendes Uferunterhöhlt. Und weder soll es dich verdrießen,das Gesicht, noch die Haare zu loben und die zarten Finger und den winzigenFuß: Die Lobsprüche der Form erfreuen auch keusche Frauen; AuchJungfrauen sorgen sich um ihre Form und erfreuensich an ihr. Denn warumschämen sich Juno und Pallas, in den phrygischen Wäldern nicht dasUrteil gehalten zu haben? Der Iunonische Vogel zeigt offen seine gelobtenFedern; Wenn du ihn schweigend anschaust, hütet jener seine Schätze.DieVierbeiner freuen sich, wenn man im während des Wettkampfes ihnen dieMähne herabkämmt und den Hals schlägt.

Versprechungen, Betrug, falsche Tränen

Und versprich nicht ängstlich: Die Versprechungen ziehen Mädchenan. Und ruf nach Belieben Götter als Zeugen an. Jupiter lacht von derHöhe über die Schwüre der Liebenden und befiehlt den aeolischenWinden, sie vergeblich zu tragen. Bei Styx pflegte Jupiter Iuno falsch zuschwören: Durch sein Beispiel begünstigt er (nun) selbst. Es istnützlich, dass es Götter gibt, und wie es nützlich ist,könnten wir sein. Bei den antiken Altären mögen Weihrauch undWein geopfert werden. Keine sichere Ruhe, ähnlich dem Schlaf, fesselt sie:Lebt schuldlos, die Gottheit ist da. Das Anvertraute gebt zurück; DasPflichtbewusstsein soll Verträge einhalten; Betrug sei fern; HabtHände, die leer des Mordes sind. Wenn ihr gescheit seid, dann betrügtnur unbestraft Mädchen. Hier ist Treue noch schändlicher als Betrug.Betrüge die Betrügenden; Zum großen Teil sind sie einunredliches Geschlecht: In (das) Netz mögen sie fallen, die sie (selbstanderen welche) aufgestellt haben. Man sagt, dass Ägypten dernützlichen Regenfälle entbehrt hatte, neu Jahre dadurch trockengeblieben sei, und als Thrasius zu Busris ging und zeigte, dass Jupiter durchdas Blut eines Fremden befriedet werden kann. Jenem sagte Busiris “Duwirst die erste Opfergabe für Jupiter sein, und du, Gastfreund, wirstÄgypten Wasser spenden.” Phalaris (Tyrann) erschreckte dieGlieder des gewalttätigen Perillus mit einem Stier (aus Holz; Menschhinein, anzünden; Perillus erfand ihn, musste ihn gleich selbstausprobieren). Der unglückliche Urheber weiht sein Werk ein. Jeder vonbeiden war gerecht, denn es gibt kein gerechteres Gesetz, als dass dieKünstler des Todes durch ihre eigene Kunst verrecken. Also, damitMeineidige die Meineidigen gerechter Weise täuschen, soll die verletzteFrau ihrem eigenen Beispiel nach leiden. Und Tränen nützen auch; DurchTränen wirst du harte Herzen bewegen: Wenn du kannst, dann mach, dass siedeine feuchten Wangen sieht.Wenn dir Tränen fehlen, denn nicht kommen sieimmer zum rechten Zeitpunkt, dann berühre die Augen mit feuchter Hand.

Küsse, Gewalt, männliche Initiative

Welcher kluge Mensch mischt nicht Küsse unter schmeichelnde Worte? Magsie auch dir keine geben, dann nimm dennoch welche, die nicht gegeben wurden.Möglicher Weise wird sie zuerst dagegen kämpfen und“Flegel” rufen; Jene wird dennoch im Kampf besiegt werden wollen.Dennoch pass auf, dass nicht schlecht geraubte (Küsse) den zarten Lippenschaden, und dass sie nicht klagen kann, dass du grob warst. Der, der sichKüsse nahm, ist, wenn er nicht das Übrige nimmt, würdig, dass erauch das, was gegeben wurde, wieder verliert.Wie wenig fehlte nach denKüssen auf die volle Erfüllung des Wunsches? Wehe mir,Tölpelhaftigkeit, nicht Schamgefühl war das. Dir ist es auch erlaubt,Gewalt zu nennen: Den Mädchen gefällt diese Art von Gewalt; Sie wollengegen ihren Willen oft das geben, was erfreut. Die, welcher auch immer durch denplötzlichen Raub der Venus Gewalt angetan wurde, ist erfreut, undUnredlichkeit ist hier wie ein Geschenk. Aber die, die gezwungen hättewerden können, unberührt zurückgeht, wird traurig sein, auch wennsie heitere Miene vortäuscht. Phoebes wurde Gewalt angetan, Gewalt wurdeauch seiner Schwester angetan; Und beiden Geraubten war ihr Räuberwillkommen. Eine bekannte Geschichte, die nicht unwürdig ist, erzähltzu werden, handelt vom Syrischen Mädchen, das dem Haemonischen Mannverbunden war. Schon hatte eine Göttin unter dem Hügel der Idawürdig zwei andere besiegt und den schlechten Lohn für die gelobteSchönheit ausbezahlt. Schon war die Schwiegertochter von der abgewandtenWelt zu Priamus gekommen und lebte als griechische Ehefrau in den MauernIlias´. Alle versprachen auf die Worte des verletzten Ehemanns, denn derSchmerz des einen war öffentlicher/allgemeiner Schmerz. Schändlich,wenn er das nicht den Bitten der Mutter zugeschrieben hätte, versteckteAchill den Mann unter einem langen Gewand. Was machst du, Aecide? Nicht sindWollarbeiten deine Aufgabe. Du wirst mit anderer Kunst der Pallas die Titelanstreben. Was hast du mit Körbchen zu tun? Deine Hand ist fähig, denSchild zu tragen; Was hast du Wolle in deiner rechten Hand, durch die Hectorfallen soll? Wirf die fleißig mit Garn umwundene Spindel weg. Diese Handmuss die pelische Lanze schütteln. Zufällig war die jungfräulicheKönigstochter in demselben Gemach; durch die Gewalttat erfuhr sie, dass erein Mann war. Freilich wurde sie mit Gewalt besiegt (das ziemt es sich zuglauben), dennoch wollte jene mit Gewalt besiegt werden. Oft meinte sie“Bleib!”, wenn Achill schon davonging. Denn er hatte den Wollfadenbeiseite gelegt und die Waffen genommen. Wo ist denn nun diese Gewalt? Deidamia,was hältst du mit schmeichelnder Stimme den Urheber des Ehebruchs/derVergewaltigung auf? Freilich, wie es Scham ist, etwas zuerst begonnen zu haben,so erträgt man es, wenn es ein anderer begonnen hat, aber gerne. Ach,zuviel bildet sich der junge Mann auf seine Form ein, wenn er erwartet, bis jenezuerst fragt. DerMann möge es zuerst angehen, der Mann möge bittendeWorte sprechen. Jene möge gerne die schmeichelnden Bitten annehmen. Bittesie, dass du kannst! Jene möchte doch nur gebeten werden. Gib du den Grundund den Anfang deines Wunsches. Unterwürfig ging Jupiter zu denälteren Heroiden; kein Mädchen hat den großen Jupiterverführt.

Gespielte Zurückhaltung

Aber wenn du dennoch spürst, dass aus deinen Bitten hochmütigeSprödigkeit entsteht, hüte das Begonnene und ziehe dich zurück.Viele begehren das, was flieht; Sie hassen, was aufdringlich ist: Nimm ihr denÜberdruss, indem du sie sanfter angehst. Nicht immer muss die Hoffnung derVenus dem Fragenden offensichtlich sein; Die Liebe soll sich unter dem Namen derFreundschaft anschleichen. Ich habe mit diesem Zugang gesagte Worte einesspröden Mädchens gesehen; Wer ein Verehrer war, wurde zum Liebhabergemacht.

Das Aussehen des Liebenden

Weiße Farbe ist schändlich für einen Seemann: Er muss durchdas Meerwasser und die Sternstrahlen schwarz sein; Auch für einen Bauernist sie schändlich, (für einen Bauern,) der immer mit dergekrümmten Pflugschar undschwerer Hacke den Boden unter Jupiters freiemHimmel pflügt; Und du, der du den Ruhm von der Krone der Pallas anstrebst,wirst schändlich sein, wenn du weiße Körperstellen hast. Aberjeder Liebende sei bleich: Diese Farbe ist passend für den Liebenden; Dasziemt sich, dadurch glauben viele stark zu sein. Orion irrte bleich in denSidischen Wäldern herum. Daphnis war wegen der unnachgibigen Nais bleich.Auch möge die Magerkeit das Geist zeigen, und denke nicht, dass esschändlich ist, eine Haube auf deine glänzenden Haare gesetzt zuhaben. Durchwachte Nächte, Sorge und schwerer Liebeskummer zehren an denKörpern der jungen Männer. Um deinen Wunsch zu erreichen, musst dumitleiderregend sein, damit der, der dich sieht, sagen kann: Duliebst.

Warnung vor Freunden

Soll ich mich beklagen oder warnen, dass zwischen Recht und Unrecht allesdurcheinander ist? Freundschaft ist ein Name, Treue ein leeres Wort. Wehemir,nicht ist es sicher die, die du liebst, vor deinem Freund selbst zu loben: Wenner dir das Lob abgenommen hat, wird er dich (als ihr Freund) ablösen.“Aber nicht hat der Actoride das Bett Achills entweiht; was Pirithousbetraf, war Phaedra schamhaft. Pylades liebte Hermione wie Phoebus Pallas undder Zwilling Castor dir, Helena, war.” Wenn irgendwer dasselbe hofft, somag er auch hoffen, dass die Tamarisken Äpfel regnen lassen, und mitten imFluß mag er Honig suchen. Nichts ausser das Schändliche erfreut;jeder denkt an seine Lust; Und auch ist jene willkommen, wenn sie aus demSchmerz eines anderen entsteht. Heu, nicht muss sich der Liebende vor dem Feindfürchten; flieh vor denen, die du für treu hältst: Du wirst inSicherheit sein. Hüte dich vor dem Bekannten, vor dem Bruder und dem wertenFreund; Diese Schar wird dir begründet Angst machen.

Der Liebende als Verwandlungskünstler

Ich wollte aufhören, aber die Mädchen haben unterschiedlicheHerzen; Nimm tausend Herzen auf tausend Arten auf. Nicht bringt derselbe Bodenalles hervor: Der eine ist für Reben geeignet, dieser für Oliven; Hiergedeihen die Speltkuchen (Dinkelkuchen). In den Herzen gibt es so vieleSitten, wie es in Figuren Gesichter gibt: Wer gescheit ist, wird sichunzählig vielen Sitten anpassen, und wie Proteus sich bald zu leichtenWellen verflüchtigte, nun ein Löwe, nun ein Baum, dann ein borstigerEber sein. Diese Fische fängt man mit der Harpune, jene mit einem Haken,diese zieht man mit geräumigen Netzen durch ein strammes Seil weg. Undnicht wird in jedem Lebensalter ein und dieselbe Art passen; Eine alte Hirschkuhwird aus der Weite den Hinterhalt vorhersehen. Wenn duklug der Ungebildeten,schamlos der Schamhaften erscheinst, wird jener armen das Selbstvertrauenschwinden. Und so passiert es, dass eine, die Angst hat, dem Ehrlichen sichanzuvertrauen, sich an einen tieferen Menschen anklammert.

Überleitung

Ein Teil der begonnenen Mühe bleibt übrig, ein Teil ist erledigt;Hier möge der aufgeworfene Anker unsere Boote halten.
1999©DorianSchmelz

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