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Klatsch & Tratsch

Atome


Zusammenfassung
Fachbereich: Physik  
Woerter 2900
Kurzbeschreibung Inhaltsverzeichnis Kapitel 1 - Atome 1.1 Atome 1.2 Quarks 1.3 Isotope Kapitel 2 - Ra...
 
 

Atome


Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1 - Atome
1.1 Atome
1.2 Quarks
1.3 Isotope
Kapitel 2 - Radioaktivität
2.1 Strahlungsarten
2.2 Der radioaktive Zerfall am Beispiel desUrans
2.3 Ionen
Kapitel 3 - Kernspaltung
3.1 Entdeckung
3.2 Die Kernspaltung am Beispiel des Uran
3.3 Kettenreaktion
3.4 Anreicherung
Kapitel 4 - Kernfusion
4.1 Kernfusion
Kapitel 5 - Kernwaffen
5.1 Atombombe
5.2 Wasserstoffbombe
5.3 Cobaltbombe
5.3 Neutronenbombe
Anlagen
Abb. 1 - Das Atommodell
Abb. 2 - Uran ( U-238 )
Abb. 3 - Strahlung
Abb. 4 - Abschirmung
Abb. 5 - Zerfall von Uran
Abb. 6 - Halbwertszeit
Abb. 7 - Kernspaltung
Abb. 8 - Kettenreaktion
Abb. 9 - Kernfusion
Abb. 10 - Schema einer A-bombe
Abb. 11 - Zerstörungskraft eine A-Bombe
Quellen
Kapitel 1 - Atome
1.1 AtomeAbb. 1
aus dem gr. von atomos- unteilbar;unteilbarer Urstoff.
Der Philosoph Demokrit nahm schon vor 2000Jahren an, daß alle
Materie aus kleinsten, nicht mehr teilbarenTeilchen bestehe.
1803 wurde diese Atomtheorie vomEngländer John Dalton erweitert.
Er entdeckte, daß es Stoffe gibt, dienur aus einer Atomsorte
bestehen. Man nennt sie chem. Elemente ( z.B.Gold, Sauerstoff und
Eisen ). Die Atome haben unterschiedlicheMassen.
Heute findet man häufig folgendeDefinition des Atombegriffs:
" Ein Atom ist der kleinste Baustein eineschem. Grundstoffes oder
Elements, der ohne Verlust der typischenEigenschaften dieses Elements
nicht mehr geteilt werden kann."
Um ein Beispiel zu nennen wie groß Atomesind:
a) Alle 5 Milliarden Menschen die z.Zt. aufder Erde leben,
würden, wenn ein Mensch so großwie ein Atom wäre, eine etwa 50
cm lange Kette bilden.
oder
b) Wenn der Atomkern die Größeeiner Kirsche hätte, dann wäre ein
ganzes Atom so groß wie derKölner Dom.
1913 entwickelte der dänische PhysikerNils Bohr ein neues
Atommodell, das auch heute noch derWirklichkeit sehr nahe kommt.
Danach ist ein Atom ähnlich aufgebaut wieein Sonnensystem, d.h.
um den massereichen Atomkern kreisen ingroßem Abstand die
Elektronen.
Das heutige Atombild:
Ein Atom besteht aus einem Atomkern und einerAtomhülle. Dabei ist
der Kern positv und die Hülle negativgeladen. Dabei trägt der
Atomkern fast die gesamte Masse des Atoms. Erist aufgebaut aus
Protonen und Neutronen, die jeweils fast 2000mal schwerer sind
als die Elektronen, aus der die Atomhüllebesteht.
Das Proton hat die positiveelektrischeLadung, die den gleichen
Wert besitzt wie die negative des Elektrons.Das Neutron jedoch
ist elektrisch neutral.
Den Wert der elektrischen Ladung des Protonsoder Elektrons nennt
man Elementarladung.
Protonen und Neutronen werden oftzusammenfassend als Nukleonen
bezeichnet und bestehen ihrerseits aus nochkleineren Teilchen,
den Quarks.
1.2 Quarks
Lange Zeit glaubte man, daß dieNukleonen "Elementarteilchen",
ähnlich wie das Elektronen nicht mehrteilbar seien und auch keine
innere Struktur hätten. Sie sind jedochaus noch kleineren
Teilchen, den sogenannten "Quarks" aufgebaut.Sie kommen in der
Natur nie als freie unabhängige Teilchenvor.
Heute kennt man sechs verschiedeneQuarks.
Diezwei, für die normale, stabileMaterie wichtigen sind:
das u-Quark ( von eng. "up" ) und dasd-Quark ( von eng. "down").
Drei Quarks bilden jeweils einNukleon.
Die jeweiligen elektrischenLadungen:
u-Quark = + 2/3
d-Quark= -1/3
Elektron = - 1
Aufbau der Nukleonen:
Protonen = 2 u-Quarks + 1 d-Quark ( 2/3 +2/3 - 1/3 = +1 )
Neutronen = 2 d-Quarks + 1 u-Quark ( - 1/3 -1/3 + 2/3 = 0 )
Die Menschen, die Erde, das ganzeMilchstraßensystem sind
praktisch aus
drei Grundbausteinenaufgebaut:
u-Quarks, d-Quarks undElektronen.
Beispiel:
Ein 30-kg schweres Kind bestehtaus:
2.8 * 10^28 u-Quarks, 2,6 * 10^28 d-Quarksund 10^28 Elektronen,
wobei 10^28 eine 1 mit 28 Nullenist.
Die Quarks bilden Nukleonen, dieseschließen sich zu Atomkernen
zusammen.
Kerne und Elektronen vereinigen sich zu Atomen, diese fügen sich
zu kleinen oder riesigen Molekülen wieWasser oder Eiweiß
zusammen.Milliarden von Molekülen bildenunsere Körperzellen, von
denen ein Mensch viele Billionenbesitzt.
1.3 IsotopeAbb. 2
Die Atome eines Elements haben alle diegleiche Anzahl von
Protonen und Elektronen, können sichtrotzdem aber voneinander
unterscheiden. Sie haben dann im Kernunterschiedliche
Neutronenzahlen. Allgemein bezeichnet man Atome mit gleicher
Protonenzahl aber unterschiedlicherNeutronenzahl als Isotope
eines bestimmtenElements.
Uran kommt in der Natur z.B. mit 234, 235 und238 Nukleonen vor.
Urankerne besitzen alle 92 Protonen. Die 3Uranisotope haben daher
142 ( 234 - 92 ), 143 und 146 Neutronen inihren Atomkernen. Man
bezeichnet sie als U-234, U-235 undU-238.
Die Gesamtzahl der Nukleonen eines Isotopswird als Massenzahl,
die Zahl der Protonen als Ordnungszahl oderKernladungszahl
bezeichnet. U-235 hat also die Massenzahl 235und die Ordnungszahl
92.
Gleichnamige Ladungen stoßen sichbekanntlich ab, ungleiche ziehen
sich an. So halten die positiven Atomkerne dienegativen
Elektronen fest und zwingen sie auf ihreKreisbahnen. Da die
meisten Atomkerne aus mehrerenProtonen
bestehen, müßten sie dahereigentlich zerplatzen.
Wie ist es z.B. möglich, daß beimKohlenstoffkern 6 positive
Protonen auf engstem Raum zusammenbleiben? Dasliegt daran, daß
zwischen den Nukleonen eine noch vielgrößere Kraft, die sog.
Kernkraft wirkt, allerdings nur, wenn dieNukleonen einen sehr
kleinen Abstand voneinanderhaben.
Kapitel 2 -Radioaktivität
2.1 StrahlungsartenAbb. 3
Nicht alle chem. Elemente sind stabil. AlleElemente mit einer
höheren Ordnungszahl als 80 und einigeIsotope zerfallen, wobei
die Atomkerne einen Teil ihrer Masse in Formvon Strahlung
abgeben. Man unterscheidet 3 Arten vonStrahlung:
1. Alpha - Strahlung
Sie besteht aus Heliumkernen, die aus 2Neutronen und 2 Protonen
bestehen. Daher ist die Strahlungpositiv.
2. Beta - Strahlung
Sie besteht aus Elektronen und ist dahernegativ. Diese Elektronen
entstehten dadurch, daß sich Neutronenumwandeln.
3. Gamma - Strahlung
Sie besteht aus energiereichen masselosenStrahlungsteilchen bzw.
Quanten( Energiepakete ), wie z.B. auch beimLicht.
Entdeckt wurde die Radioaktivität 1896vom franz. Physiker Henri
Becquerel und wurde vom Ehepaar Pierre undMarie Curie genauer
untersucht.
B. wollte herausfinden, ob bestimmte Steine,die vorhermit Licht
bestrahlt wurden, beim Nachleuchtenaußer sichtbarem Licht auch
unsichtbare Röntgenstrahlen aussenden.Dieses sind extremkurzwellige
und energiereiche elektromagnetische Strahlen,welche
elektrische und magnetische Energie mittelseiner Welle
transportieren. Die Röntgenstrahlendurchdringen viele Stoffe
(z.B. Haut, Muskeln, Papier, usw. ) undbelichten Photoplatten.
Dabei arbeitete Becquerel mit uranhaltigemGestein. Dieses legte
er in einer Dunkelkammer auf eine unbelichtetePhotoplatte, ohne
daß er wußte, daß dasGestein Strahlen aussendete. Nach der
Entwicklung der Photoplatte stellte er fest,daß sie durch
unbekannte Strahlung belichtet worden war. Sowurde zufällig die
radioaktive Strahlungentdeckt.
Radioaktive Strahlung kann man heute mit demGeigerzähler
nachweisen.
Zur Abschirmung dieser Strahlen nimmt manStoffe, wie BleiAbb. 4
oder Beton.
2.2 Der radioaktive Zerfall am Beispiel desUransAbb
. 5
Uran wandelt sich in mehreren Schritten inBlei um. Dabei werden
Uranatomkerne mit je 238 Kernbausteinen ( 92 P, 146 N )
schließlich zu Bleiatomkernen mit nurnoch 206 Kernbausteinen ( 82
P, 124 N ) umgewandelt.
In diesem Umwandlungsprozess zerfällt dasUran in Thorium,
Protactinium und Polonium und noch 10 andereElemente. Ein Teil
der radioaktiven Strahlung besteht ausKernbausteinen. Daher ist
die radioaktive Strahlungmit
Elementumwandlungen verbunden. BeimZerfalleines radioaktiven
Elements entsteht ein neuesElement.
Die Anzahl der Kernzerfälle pro Sekundeheißt Aktivität des
Körpers, gemessen in der Einheit einBecquerel ( 1 Bq ). Eine
Aktivität beträgt dann 1 Bq, wennein Kernzerfall pro Sekunde
stattfindet.
Abb. 6
Der Zeitraum, in dem ein Element zurHälfte seiner Masse zerfallen
ist, nennt man Halbwertszeit. Bei einemStück Uran-238 dauert die
Halbwertszeit etwa 4,5 Milliarden Jahre, beiPolonium 138 Tage und
bei Frankium 21 Minuten.
2.3 Ionen
Wenn radioaktive Strahlung z.B. auf ein Atomtrifft, das nach
außen hin elektrisch neutral ist, sokann ein Elektron aus dem
Atom herausgelöst werden. Das Atom istdann positiv geladen. Diese
Restatome, die unterschiedlich viele positiveund negative
Ladungen besitzen, nennt man Ionen. Durchradioaktive Strahlung
können also neutrale Atome zu Ionenumgewandelt werden ( ionisiert
werden ).
Kapitel3 -Kernspaltung
3.1 Entdeckung
Im Jahr 1938 beschossen die beiden deutschenWissenschaftler Otto
Hahn und Fritz Straßmann Uranatomkernemit Neutronen. Sie stellten
bei diesem Versuch fest, daß einigedieser Urankerne in zwei etwa
gleich große Stücke gespaltenwurden. Die Neutronen können also
größere Atomkerne spalten. Protonenund Elektronen sind dafür
ungeeignet, da Protonen von den Protonen desAtomkerns abgestoßen
oder abgelenkt werden und Elektronen zu wenigMasse haben. Langsam
fliegende Neutronen dringen in der Regel vielhäufiger in
Atomkerne ein als schnelle. Dabei bedeutetlangsam immer noch
7920 Km/h. Das liegt daran, daß sichlangsame Neutronen länger in
Kernnähe aufhalten und mehr Zeit haben,mit ihm zu reagieren.
Neutronen können nicht nur Atomkernespalten, sondern auch
umwandeln, indem sie in den Kern eingebautwerden.
3.2 Die Kernspaltung am Beispiel des UransAbb. 7
Das natürliche Uran besteht aus U-234,U-235 und U-238. Von 1000
Uranatomen haben 993 U-238-Kerne und 7U-235-Kerne. Der U-234-
Anteil ist dabeiunwichtig.
Langsame Neutronen spalten nur dieU-235-Kerne. Dabei ensteht
zunächst ein Zwischenkern U-236, derjedoch instabil ist und in
mehrere Bruchstücke zerplatzt, z.B. ineinen Barium-144-Kern,
einen Krypton-90-Kern und zwei neue Neutronen.Nach genauerer
Untersuchung stellte man fest, daß dieseentstandenen Bruchstücke
weniger Masse haben, als der beschossene Kernund das Geschoß.
Es ist also Masse verlorengegangen, die ineinen gewaltigen
Energiebetrag, die Kernenergie, umgewandeltwird.
Dies geschieht nach Einsteins Formel:E = m * cý
Was ist also geschehen ?
Wie schon gesagt, wird ein Atomkern von sog.Kernkräften
zusammengehalten, die verhindern, daßdie positive Protonen im
Kern sich abstoßen. Sie wirkenallerdings nur, wenn sich die
Kernbausteine ganz nahe beieinanderbefinden.
Im Atomkern ist auch die Kernenergiegespeichert. Wenn nun nach
Eindringen des Neutrons der Kern in zwei Teilezerbricht, wirken
nur noch die abstoßenden Kräftezwischen den beiden
Kernbruchstücken. Sie entfernen sichdeshalb mit
hoher Geschwindigkeit voneinander. Darausfolgert man, daß die
Kernenergie in Bewegungsenergie derBruchstücke umgewandelt wird.
Die Kernbruchstücke, stoßen anNachbaratome, die in starke
Schwingungen versetzt werdenund
sich aneinander reiben. Die Bewegungsenergiewird dabei in
Wärmeenergieumgewandelt.
Die neuentstehenden mittelschweren Atomkernesind in der Regel
selbst radioaktiv und senden gefährlicheStrahlungen aus.
Um U-238-Kerne zu spalten, braucht man sehrschnelle Neutronen.
In einem Kilogramm Uran-235 steckt sovielEnergie wie in 93
Waggons Kohle oder 67 Kesselwagen mitHeizöl. Mit dieser
Energiemenge ( 23 Mio. kW/h ) könntenalle Bewohner
Westdeutschlands ihre Wohnungen eine Stundelang beleuchten.
3.3 KettenreaktionAbb. 8
Beschießt man ein Stück U-235 miteinem Neutron, spaltet dieses
irgendwo einen ersten Kern, der wiederum zweiNeutronen ausstößt.
Diese spalten weitere Kerne, welche wiederum 4- 5 Neutronen
freisetzen. Wenn 4 dieser Geschosse aufNachbaratome treffen und
diese zertrümmern, sobilden
sich 8 - 12 neue Neutronen. Diese spalten,abgesehen von einer
gewissen Verlustrate, wieder Kerne, wobeijedesmal ein gewaltiger
Energiebetrag freigesetzt wird. Dieser Vorgangsetzt sich weiter
fort, und in
Sekundenbruchteilen wächst die Zahl dergespaltenen Kerne und
damit die Energiegewinnung lawinenartig an.Diesen Vorgang nennt
man Kettenreaktion.
3.4 Anreicherung
U-235 Kerne werden durch langsame Neutronengespalten. Um U-238
Kerne zu spalten, benötigt man hingegensehr schnelle Neutronen.
Langsame dringen zwar auch in den Kern ein,werden jedoch in ihn
eingebaut, so daß sich U-239 bildet.Dieses wandelt sich über eine
Zwischenstufe in Plutonium-239 um, dasseinerseits gut durch langsame
Neutronen gespalten werdenkann.
Man kann diesen Umweg aber wie folgtumgehen:
Das natürliche Uran besteht zu 99,3% ausU-238, wasbedeutet, daß
sich keine Kettenreaktion ereignen kann, wennes mit langsamen
Neutronen beschossen wird. Die 2 - 3Neutronen, welche bei einer
Spaltung einesU-235-Kerns
entstehen, sind meistens zu schnell, um einender wenigen U-235-
Kerne zu spalten, andererseits sind sie zulangsam, um das U-238
zu zertrümmern. Sie werden, wie gesagt,nur eingefangen. Eine
einmal ausgelöste Kernspaltung kann alsoohne weiteres keine
Kettenreaktion erzeugen.
Es gibt jedoch eine Möglichkeit, diese zuerreichen.
1. Man erhöht den U-235 Gehalt ( z.B.:von 0,7% auf ca. 3% ), um
mehr
spaltbares Material zu erhalten; diesnennt man dann
Anreicherung.
2. Die bei der Spaltung entstehenden Neutronenmüssen verlangsamt
werden.
Das auf 3% angereicherte Uran alleinnützt noch nicht viel, da
die beim
Spaltprozeß entstehenden Neutronenzu schnell sind. Deshalb
benutzt
man Stoffe, die Neutronen abbremsenkönnen. Diese heißen
Moderatoren.
Hierzu eignen sich z.B. Kohlenstoff,Wasser und Berillium.
Kapitel 4 - Kernfusion
4.1 KernfusionAbb. 9
Die Energie der Sonne stammt ausKernverschmelzungen, oder auch
Kernfusionen genannt. Die Sonne setztungeheure Energien frei. Es
handelt sich dabei nicht um Kernspaltungen,weil dazu Elemente mit
hohen Massenzahlen nötig sind. Die Sonnebesteht größtenteils aber
aus Elementen mit sehr kleinen Massenzahlen,vor allem ausWasserstoff
und Helium.
Auch bei normalen Verbrennungen findenVerschmelzungen statt.
Verbrennt z.B. Kohle, verschmelzen dieAtomhüllen von Kohlenstoff
und Sauerstoff, es entsteht Kohlenstoffdioxid.Bei der Kernfusion
verschmelzen nicht die Atomhüllen,sondern die Atomkerne.
Wie bei der normalen Verbrennung ist auchfür Kernfusionen eine
Art Aktivierungsenergie nötig. ZweiAtomkerne verschmelzen nämlich
erst dann, wenn sie durch hohe Temperatur undDruckverhältnisse
dicht aneinander
geraten. Denn es müssen erst die starkenabstoßenden Kräfte
( Coulombsche Abstoßungskräfte )der Atomkerne überwunden werden, da
diese beide positiv geladensind.
Zur kontrollierten Verschmelzung kommeneigentlich nur die
beiden Wasserstoffisotope Deuterium undTritium in Frage. Diese
Stoffe müssen auf ca. 100 Mio. øCerhitzt werden. Erst dann
reichen


Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1 - Atome
1.1 Atome
1.2 Quarks
1.3 Isotope
Kapitel 2 - Radioaktivität
2.1 Strahlungsarten
2.2 Der radioaktive Zerfall am Beispiel desUrans
2.3 Ionen
Kapitel 3 - Kernspaltung
3.1 Entdeckung
3.2 Die Kernspaltung am Beispiel des Uran
3.3 Kettenreaktion
3.4 Anreicherung
Kapitel 4 - Kernfusion
4.1 Kernfusion
Kapitel 5 - Kernwaffen
5.1 Atombombe
5.2 Wasserstoffbombe
5.3 Cobaltbombe
5.3 Neutronenbombe
Anlagen
Abb. 1 - Das Atommodell
Abb. 2 - Uran ( U-238 )
Abb. 3 - Strahlung
Abb. 4 - Abschirmung
Abb. 5 - Zerfall von Uran
Abb. 6 - Halbwertszeit
Abb. 7 - Kernspaltung
Abb. 8 - Kettenreaktion
Abb. 9 - Kernfusion
Abb. 10 - Schema einer A-bombe
Abb. 11 - Zerstörungskraft eine A-Bombe
Quellen
Kapitel 1 - Atome
1.1 AtomeAbb. 1
aus dem gr. von atomos- unteilbar;unteilbarer Urstoff.
Der Philosoph Demokrit nahm schon vor 2000Jahren an, daß alle
Materie aus kleinsten, nicht mehr teilbarenTeilchen bestehe.
1803 wurde diese Atomtheorie vomEngländer John Dalton erweitert.
Er entdeckte, daß es Stoffe gibt, dienur aus einer Atomsorte
bestehen. Man nennt sie chem. Elemente ( z.B.Gold, Sauerstoff und
Eisen ). Die Atome haben unterschiedlicheMassen.
Heute findet man häufig folgendeDefinition des Atombegriffs:
" Ein Atom ist der kleinste Baustein eineschem. Grundstoffes oder
Elements, der ohne Verlust der typischenEigenschaften dieses Elements
nicht mehr geteilt werden kann."
Um ein Beispiel zu nennen wie groß Atomesind:
a) Alle 5 Milliarden Menschen die z.Zt. aufder Erde leben,
würden, wenn ein Mensch so großwie ein Atom wäre, eine etwa 50
cm lange Kette bilden.
oder
b) Wenn der Atomkern die Größeeiner Kirsche hätte, dann wäre ein
ganzes Atom so groß wie derKölner Dom.
1913 entwickelte der dänische PhysikerNils Bohr ein neues
Atommodell, das auch heute noch derWirklichkeit sehr nahe kommt.
Danach ist ein Atom ähnlich aufgebaut wieein Sonnensystem, d.h.
um den massereichen Atomkern kreisen ingroßem Abstand die
Elektronen.
Das heutige Atombild:
Ein Atom besteht aus einem Atomkern und einerAtomhülle. Dabei ist
der Kern positv und die Hülle negativgeladen. Dabei trägt der
Atomkern fast die gesamte Masse des Atoms. Erist aufgebaut aus
Protonen und Neutronen, die jeweils fast 2000mal schwerer sind
als die Elektronen, aus der die Atomhüllebesteht.
Das Proton hat die positiveelektrischeLadung, die den gleichen
Wert besitzt wie die negative des Elektrons.Das Neutron jedoch
ist elektrisch neutral.
Den Wert der elektrischen Ladung des Protonsoder Elektrons nennt
man Elementarladung.
Protonen und Neutronen werden oftzusammenfassend als Nukleonen
bezeichnet und bestehen ihrerseits aus nochkleineren Teilchen,
den Quarks.
1.2 Quarks
Lange Zeit glaubte man, daß dieNukleonen "Elementarteilchen",
ähnlich wie das Elektronen nicht mehrteilbar seien und auch keine
innere Struktur hätten. Sie sind jedochaus noch kleineren
Teilchen, den sogenannten "Quarks" aufgebaut.Sie kommen in der
Natur nie als freie unabhängige Teilchenvor.
Heute kennt man sechs verschiedeneQuarks.
Diezwei, für die normale, stabileMaterie wichtigen sind:
das u-Quark ( von eng. "up" ) und dasd-Quark ( von eng. "down").
Drei Quarks bilden jeweils einNukleon.
Die jeweiligen elektrischenLadungen:
u-Quark = + 2/3
d-Quark= -1/3
Elektron = - 1
Aufbau der Nukleonen:
Protonen = 2 u-Quarks + 1 d-Quark ( 2/3 +2/3 - 1/3 = +1 )
Neutronen = 2 d-Quarks + 1 u-Quark ( - 1/3 -1/3 + 2/3 = 0 )
Die Menschen, die Erde, das ganzeMilchstraßensystem sind
praktisch aus
drei Grundbausteinenaufgebaut:
u-Quarks, d-Quarks undElektronen.
Beispiel:
Ein 30-kg schweres Kind bestehtaus:
2.8 * 10^28 u-Quarks, 2,6 * 10^28 d-Quarksund 10^28 Elektronen,
wobei 10^28 eine 1 mit 28 Nullenist.
Die Quarks bilden Nukleonen, dieseschließen sich zu Atomkernen
zusammen.
Kerne und Elektronen vereinigen sich zu Atomen, diese fügen sich
zu kleinen oder riesigen Molekülen wieWasser oder Eiweiß
zusammen.Milliarden von Molekülen bildenunsere Körperzellen, von
denen ein Mensch viele Billionenbesitzt.
1.3 IsotopeAbb. 2
Die Atome eines Elements haben alle diegleiche Anzahl von
Protonen und Elektronen, können sichtrotzdem aber voneinander
unterscheiden. Sie haben dann im Kernunterschiedliche
Neutronenzahlen. Allgemein bezeichnet man Atome mit gleicher
Protonenzahl aber unterschiedlicherNeutronenzahl als Isotope
eines bestimmtenElements.
Uran kommt in der Natur z.B. mit 234, 235 und238 Nukleonen vor.
Urankerne besitzen alle 92 Protonen. Die 3Uranisotope haben daher
142 ( 234 - 92 ), 143 und 146 Neutronen inihren Atomkernen. Man
bezeichnet sie als U-234, U-235 undU-238.
Die Gesamtzahl der Nukleonen eines Isotopswird als Massenzahl,
die Zahl der Protonen als Ordnungszahl oderKernladungszahl
bezeichnet. U-235 hat also die Massenzahl 235und die Ordnungszahl
92.
Gleichnamige Ladungen stoßen sichbekanntlich ab, ungleiche ziehen
sich an. So halten die positiven Atomkerne dienegativen
Elektronen fest und zwingen sie auf ihreKreisbahnen. Da die
meisten Atomkerne aus mehrerenProtonen
bestehen, müßten sie dahereigentlich zerplatzen.
Wie ist es z.B. möglich, daß beimKohlenstoffkern 6 positive
Protonen auf engstem Raum zusammenbleiben? Dasliegt daran, daß
zwischen den Nukleonen eine noch vielgrößere Kraft, die sog.
Kernkraft wirkt, allerdings nur, wenn dieNukleonen einen sehr
kleinen Abstand voneinanderhaben.
Kapitel 2 -Radioaktivität
2.1 StrahlungsartenAbb. 3
Nicht alle chem. Elemente sind stabil. AlleElemente mit einer
höheren Ordnungszahl als 80 und einigeIsotope zerfallen, wobei
die Atomkerne einen Teil ihrer Masse in Formvon Strahlung
abgeben. Man unterscheidet 3 Arten vonStrahlung:
1. Alpha - Strahlung
Sie besteht aus Heliumkernen, die aus 2Neutronen und 2 Protonen
bestehen. Daher ist die Strahlungpositiv.
2. Beta - Strahlung
Sie besteht aus Elektronen und ist dahernegativ. Diese Elektronen
entstehten dadurch, daß sich Neutronenumwandeln.
3. Gamma - Strahlung
Sie besteht aus energiereichen masselosenStrahlungsteilchen bzw.
Quanten( Energiepakete ), wie z.B. auch beimLicht.
Entdeckt wurde die Radioaktivität 1896vom franz. Physiker Henri
Becquerel und wurde vom Ehepaar Pierre undMarie Curie genauer
untersucht.
B. wollte herausfinden, ob bestimmte Steine,die vorhermit Licht
bestrahlt wurden, beim Nachleuchtenaußer sichtbarem Licht auch
unsichtbare Röntgenstrahlen aussenden.Dieses sind extremkurzwellige
und energiereiche elektromagnetische Strahlen,welche
elektrische und magnetische Energie mittelseiner Welle
transportieren. Die Röntgenstrahlendurchdringen viele Stoffe
(z.B. Haut, Muskeln, Papier, usw. ) undbelichten Photoplatten.
Dabei arbeitete Becquerel mit uranhaltigemGestein. Dieses legte
er in einer Dunkelkammer auf eine unbelichtetePhotoplatte, ohne
daß er wußte, daß dasGestein Strahlen aussendete. Nach der
Entwicklung der Photoplatte stellte er fest,daß sie durch
unbekannte Strahlung belichtet worden war. Sowurde zufällig die
radioaktive Strahlungentdeckt.
Radioaktive Strahlung kann man heute mit demGeigerzähler
nachweisen.
Zur Abschirmung dieser Strahlen nimmt manStoffe, wie BleiAbb. 4
oder Beton.
2.2 Der radioaktive Zerfall am Beispiel desUransAbb
. 5
Uran wandelt sich in mehreren Schritten inBlei um. Dabei werden
Uranatomkerne mit je 238 Kernbausteinen ( 92 P, 146 N )
schließlich zu Bleiatomkernen mit nurnoch 206 Kernbausteinen ( 82
P, 124 N ) umgewandelt.
In diesem Umwandlungsprozess zerfällt dasUran in Thorium,
Protactinium und Polonium und noch 10 andereElemente. Ein Teil
der radioaktiven Strahlung besteht ausKernbausteinen. Daher ist
die radioaktive Strahlungmit
Elementumwandlungen verbunden. BeimZerfalleines radioaktiven
Elements entsteht ein neuesElement.
Die Anzahl der Kernzerfälle pro Sekundeheißt Aktivität des
Körpers, gemessen in der Einheit einBecquerel ( 1 Bq ). Eine
Aktivität beträgt dann 1 Bq, wennein Kernzerfall pro Sekunde
stattfindet.
Abb. 6
Der Zeitraum, in dem ein Element zurHälfte seiner Masse zerfallen
ist, nennt man Halbwertszeit. Bei einemStück Uran-238 dauert die
Halbwertszeit etwa 4,5 Milliarden Jahre, beiPolonium 138 Tage und
bei Frankium 21 Minuten.
2.3 Ionen
Wenn radioaktive Strahlung z.B. auf ein Atomtrifft, das nach
außen hin elektrisch neutral ist, sokann ein Elektron aus dem
Atom herausgelöst werden. Das Atom istdann positiv geladen. Diese
Restatome, die unterschiedlich viele positiveund negative
Ladungen besitzen, nennt man Ionen. Durchradioaktive Strahlung
können also neutrale Atome zu Ionenumgewandelt werden ( ionisiert
werden ).
Kapitel3 -Kernspaltung
3.1 Entdeckung
Im Jahr 1938 beschossen die beiden deutschenWissenschaftler Otto
Hahn und Fritz Straßmann Uranatomkernemit Neutronen. Sie stellten
bei diesem Versuch fest, daß einigedieser Urankerne in zwei etwa
gleich große Stücke gespaltenwurden. Die Neutronen können also
größere Atomkerne spalten. Protonenund Elektronen sind dafür
ungeeignet, da Protonen von den Protonen desAtomkerns abgestoßen
oder abgelenkt werden und Elektronen zu wenigMasse haben. Langsam
fliegende Neutronen dringen in der Regel vielhäufiger in
Atomkerne ein als schnelle. Dabei bedeutetlangsam immer noch
7920 Km/h. Das liegt daran, daß sichlangsame Neutronen länger in
Kernnähe aufhalten und mehr Zeit haben,mit ihm zu reagieren.
Neutronen können nicht nur Atomkernespalten, sondern auch
umwandeln, indem sie in den Kern eingebautwerden.
3.2 Die Kernspaltung am Beispiel des UransAbb. 7
Das natürliche Uran besteht aus U-234,U-235 und U-238. Von 1000
Uranatomen haben 993 U-238-Kerne und 7U-235-Kerne. Der U-234-
Anteil ist dabeiunwichtig.
Langsame Neutronen spalten nur dieU-235-Kerne. Dabei ensteht
zunächst ein Zwischenkern U-236, derjedoch instabil ist und in
mehrere Bruchstücke zerplatzt, z.B. ineinen Barium-144-Kern,
einen Krypton-90-Kern und zwei neue Neutronen.Nach genauerer
Untersuchung stellte man fest, daß dieseentstandenen Bruchstücke
weniger Masse haben, als der beschossene Kernund das Geschoß.
Es ist also Masse verlorengegangen, die ineinen gewaltigen
Energiebetrag, die Kernenergie, umgewandeltwird.
Dies geschieht nach Einsteins Formel:E = m * cý
Was ist also geschehen ?
Wie schon gesagt, wird ein Atomkern von sog.Kernkräften
zusammengehalten, die verhindern, daßdie positive Protonen im
Kern sich abstoßen. Sie wirkenallerdings nur, wenn sich die
Kernbausteine ganz nahe beieinanderbefinden.
Im Atomkern ist auch die Kernenergiegespeichert. Wenn nun nach
Eindringen des Neutrons der Kern in zwei Teilezerbricht, wirken
nur noch die abstoßenden Kräftezwischen den beiden
Kernbruchstücken. Sie entfernen sichdeshalb mit
hoher Geschwindigkeit voneinander. Darausfolgert man, daß die
Kernenergie in Bewegungsenergie derBruchstücke umgewandelt wird.
Die Kernbruchstücke, stoßen anNachbaratome, die in starke
Schwingungen versetzt werdenund
sich aneinander reiben. Die Bewegungsenergiewird dabei in
Wärmeenergieumgewandelt.
Die neuentstehenden mittelschweren Atomkernesind in der Regel
selbst radioaktiv und senden gefährlicheStrahlungen aus.
Um U-238-Kerne zu spalten, braucht man sehrschnelle Neutronen.
In einem Kilogramm Uran-235 steckt sovielEnergie wie in 93
Waggons Kohle oder 67 Kesselwagen mitHeizöl. Mit dieser
Energiemenge ( 23 Mio. kW/h ) könntenalle Bewohner
Westdeutschlands ihre Wohnungen eine Stundelang beleuchten.
3.3 KettenreaktionAbb. 8
Beschießt man ein Stück U-235 miteinem Neutron, spaltet dieses
irgendwo einen ersten Kern, der wiederum zweiNeutronen ausstößt.
Diese spalten weitere Kerne, welche wiederum 4- 5 Neutronen
freisetzen. Wenn 4 dieser Geschosse aufNachbaratome treffen und
diese zertrümmern, sobilden
sich 8 - 12 neue Neutronen. Diese spalten,abgesehen von einer
gewissen Verlustrate, wieder Kerne, wobeijedesmal ein gewaltiger
Energiebetrag freigesetzt wird. Dieser Vorgangsetzt sich weiter
fort, und in
Sekundenbruchteilen wächst die Zahl dergespaltenen Kerne und
damit die Energiegewinnung lawinenartig an.Diesen Vorgang nennt
man Kettenreaktion.
3.4 Anreicherung
U-235 Kerne werden durch langsame Neutronengespalten. Um U-238
Kerne zu spalten, benötigt man hingegensehr schnelle Neutronen.
Langsame dringen zwar auch in den Kern ein,werden jedoch in ihn
eingebaut, so daß sich U-239 bildet.Dieses wandelt sich über eine
Zwischenstufe in Plutonium-239 um, dasseinerseits gut durch langsame
Neutronen gespalten werdenkann.
Man kann diesen Umweg aber wie folgtumgehen:
Das natürliche Uran besteht zu 99,3% ausU-238, wasbedeutet, daß
sich keine Kettenreaktion ereignen kann, wennes mit langsamen
Neutronen beschossen wird. Die 2 - 3Neutronen, welche bei einer
Spaltung einesU-235-Kerns
entstehen, sind meistens zu schnell, um einender wenigen U-235-
Kerne zu spalten, andererseits sind sie zulangsam, um das U-238
zu zertrümmern. Sie werden, wie gesagt,nur eingefangen. Eine
einmal ausgelöste Kernspaltung kann alsoohne weiteres keine
Kettenreaktion erzeugen.
Es gibt jedoch eine Möglichkeit, diese zuerreichen.
1. Man erhöht den U-235 Gehalt ( z.B.:von 0,7% auf ca. 3% ), um
mehr
spaltbares Material zu erhalten; diesnennt man dann
Anreicherung.
2. Die bei der Spaltung entstehenden Neutronenmüssen verlangsamt
werden.
Das auf 3% angereicherte Uran alleinnützt noch nicht viel, da
die beim
Spaltprozeß entstehenden Neutronenzu schnell sind. Deshalb
benutzt
man Stoffe, die Neutronen abbremsenkönnen. Diese heißen
Moderatoren.
Hierzu eignen sich z.B. Kohlenstoff,Wasser und Berillium.
Kapitel 4 - Kernfusion
4.1 KernfusionAbb. 9
Die Energie der Sonne stammt ausKernverschmelzungen, oder auch
Kernfusionen genannt. Die Sonne setztungeheure Energien frei. Es
handelt sich dabei nicht um Kernspaltungen,weil dazu Elemente mit
hohen Massenzahlen nötig sind. Die Sonnebesteht größtenteils aber
aus Elementen mit sehr kleinen Massenzahlen,vor allem ausWasserstoff
und Helium.
Auch bei normalen Verbrennungen findenVerschmelzungen statt.
Verbrennt z.B. Kohle, verschmelzen dieAtomhüllen von Kohlenstoff
und Sauerstoff, es entsteht Kohlenstoffdioxid.Bei der Kernfusion
verschmelzen nicht die Atomhüllen,sondern die Atomkerne.
Wie bei der normalen Verbrennung ist auchfür Kernfusionen eine
Art Aktivierungsenergie nötig. ZweiAtomkerne verschmelzen nämlich
erst dann, wenn sie durch hohe Temperatur undDruckverhältnisse
dicht aneinander
geraten. Denn es müssen erst die starkenabstoßenden Kräfte
( Coulombsche Abstoßungskräfte )der Atomkerne überwunden werden, da
diese beide positiv geladensind.
Zur kontrollierten Verschmelzung kommeneigentlich nur die
beiden Wasserstoffisotope Deuterium undTritium in Frage. Diese
Stoffe müssen auf ca. 100 Mio. øCerhitzt werden. Erst dann
reichen die Bewegungsenergien der Kerne zuršberwindung der
Abstoßungskräfteaus.
Verschmelzen Deuterium- und Tritiumkernemiteinander, so entsteht
jeweils ein Heliumkern und ein Neutron. Diebeiden neugebildeten
Teilchen haben insgesamt weniger Masse als diebeiden
Ausgangskerne. Der Verlust wird dabei in einengewaltigen
Energiebetragumgewandelt.
Bei der Bildung von einem Kilogramm Heliumdurch Kernfusionen wird
zehnmal soviel Energie frei wie bei dervollständigen Kernspaltung
von einem Kilogramm Uran. Allgemein sagt manKernfusion ist der
Aufbau eines schwereren Atomkerns aus zweileichteren.
Die Fixsterne, wie auch unsere Sonne beziehenihre Energie durch
diesen Prozeß. Der Mensch hat sich dieseEnergiequelle bis jetzt
erst in der Wasserstoffbombe zunutze gemacht.Sogenannte
Fusionsreaktoren können mit den heutigentechnischen Mitteln nicht
verwirklicht werden.
Die erste Wasserstoffbombe wurde von den USAim Jahre 1954
gezündet.
Kapitel 5 - Kernwaffen
5.1 Atombombe Abb.10
Während in AtomkraftwerkenKettenreaktionen völlig kontrolliert
ablaufen, findet bei einer Atombombenexplosioneine
unkontrollierte Kettenreaktion statt. Dieseläuft innerhalb von
Sekundenbruchteilen ( 1/1 Mio. Sekunde ) ab.Dadurch werden
explosionsartig große Mengen anWärmeenergie frei ( 14 Mio. øC ,
23 kWh pro Kg U-235 ). Neben diesen ungeheurenEnergien werden
auch tödliche radioaktive Spaltproduktefreigesetzt.
In der Atombombe kann es nur dann zurKettenreaktion kommen,
wenngenügend freie Neutronen aufgenügend spaltbare Kerne treffen.
Zwei Bedingungen müssen hierfürerfüllt werden:
1. Die Bombe muß reines U-235 enthalten,da sich nur diese Kerne
spalten lassen. Natururan eignet sichhiefür nicht, da es ja nur aus
0,7 % U-235 besteht. Das passive U-238 wird inIsotopentrennungsanlagen
herausgefiltert.
2. Eine ausreichend große Masse Uranmuß vorhanden sein, denn
sonst verlassen die meisten Neutronendas Urandurch seine
Oberfläche, ohne daß eineKettenreaktion ausgelößt wird. Diese notwendige
Mindestmasse, nennt man auch kritische Masse.Die kritische Masse beträgt
bei U-235 23 Kilogramm. Man kann diese Masseauch noch herabsetzten, indem
man das Uran mit einem sogenanntenNeutronenreflektor umhüllt, der die
austretenden Neutronen in das Uranzurücklenkt.
Man kann außer U-235 auch nochPlutonium-239 verwenden. Hierbei
beträgt die kritische Masse sogar nur 5,6Kilogramm. Es kommt in
der Natur nur sehr selten vor, wird aber inden Reaktoren von
Kernkraftwerken ständigerzeugt.
Abb. 11
Die bei der Explosion verlorengegangene Masseist vergleichsweise
gering. Bei der Hiroshima-Bombe ( 6.8.1945 )tötete ein Gramm
Materie, das in Energie umgewandelt wurde, ca.200 000 Menschen.
5.2 Wasserstoffbombe
Bei Wasserstoffbomben bzw. thermonuklearenSprengkörpern entsteht
die Energie durch Kernfusion der H-IsotopeDeuterium und Tritium
oder Lithium-6. Zur Einleitung einer solchenReaktion sind hohe
Temperaturen von einigen
MillionenøC nötig. Deswegenbenutzt man eine Atombombe als Zünder.
5.3 Cobaltbombe
Umgibt man eine Wasserstoffbombe miteinemCobaltmantel, so wird
das natürliche Cobaltisotop Co-59 durchNeutroneneinfang in das
radioaktive Co-60 umgewandelt, dessen starkeGammastrahlung eine
Halbwertzeit von 5,272 Jahren ( 5 Jahre und99,28 Tage ) hat. Als
radioaktiver Niederschlag würde es eineverheerende Wirkung auf
alles Lebenausüben.
5.4 Neutronenbombe
Im Grunde genommen ist die Neutronenbombe einesehr kleine
Wasserstoffbombe. Allerdings entsteht beiihrer Detonation nur
wenig Hitze und eine schwache Druckwelle, sodaß fast keine
Beschädigungen an Gebäuden undWaffen auftreten. Dafür kommt es
aber, zu einer sehr starkenNeutronenstrahlung, die bei der
Kernfusion entsteht. Sie wirkt vor allem gegenLebewesen.
Die Gefährlichkeit der Neutronenbombeberuht in erster Linie auf
der biologischen Strahlenwirkung, der bei derDeuterium-Tritium-
Fusionsreaktion freigesetzten schnellenNeutronen, die fast alle
Materialien durchdringen. Die von Neutronengetroffenen
organischen Moleküle können ihrebiologischen Funktionen nicht
mehr ausführen, was zur Zerstörungder Zellen und schließlich zu
Krankheit und Todführt.
Der radioaktive Niederschlag hingegen ist sogering, daß mandas
Zielgebiet bereits nach 24 Stunden wiederbetreten kann.
Anlagen: Abb. 1 - DasAtommodell
Abb. 2 - Uran ( U-238)
Abb. 3 -Strahlung
Abb. 4 -Abschirmung
Abb. 5 - Zerfall vonUran
Abb. 6 -Halbwertszeit
Abb. 7 -Kernspaltung
Abb. 8 -Kettenreaktion
Abb. 9 -Kernfusion
Abb. 10 - Schema einerA-bombe
Abb. 11 - Zerstörungskraft eineA-Bombe
Quellen: 1. Brockhaus - Naturwissenschaftenund Technik
2. Was ist Was - Band 3 - Atomenergie
3. Was ist Was - Band 79 - ModernePhysik
4. Cornelsen - Physik für dieSek. Stufe 1 AH
5. Schülerduden - DiePhysik
6. Fischer Kolleg - Das AbiturwissenPHYSIK

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